Blick über blühende Blumenwiesen mit Löwenzahn im Schmittener Ortsteil Seelenberg in Richtung Taunus-Hauptkamm mit dem Großen Feldberg bei blauem Himmel und Quellwolken

Ausflügler können sich auf ein schönes Pfingstwochenende in Hessen freuen. Bauern und Gärtner warten wie gewohnt auf Regen. Er ist immerhin in Sicht.

Der Frühling 2020 ist in Hessen deutlich zu warm ausgefallen. Nach der vorläufigen Auswertung der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lag die durchschnittliche Temperatur in den Frühjahrsmonaten März, April und Mai bei 9,5 Grad und damit 1,7 Grad über der Vergleichsperiode.

Zudem handelte es sich mit fast 725 Stunden Sonnenschein um ein extrem sonniges Frühjahr, sagte ein DWD-Sprecher am Freitag.

Ganz anders sah es bei den Niederschlägen aus: In den Frühlingsmonaten fielen gut 110 Liter Niederschlag pro Quadratmeter - 191 Liter pro Quadratmeter bezeichnet der Wetterdienst als Sollwert.

Auch das Pfingstwochenende bleibt bis auf ein paar mögliche Tröpfchen im Osten des Landes erst einmal niederschlagsfrei, wie hr-Meteorologe Rainer Behrendt betont. Blumengießen ist also weiterhin Pflicht. "Aber am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche sind Schauer und Gewitter möglich", sagt Behrendt. Ursache sei ein aus Südwesteuropa kommendes Tiefdruckgebiet.

Perfektes Pfingstwochenende für den Aufenthalt im Freien

Dafür lässt sich am Wochenende laut dem hr-Meteorologen noch einmal das schöne Wetter genießen. Am Samstag ist es erst oft sonnig mit nur hier und da ein paar lockeren Wolken. Am Nachmittag wechseln sich dann Sonne und teilweise dichte Wolken am Himmel ab. Es bleibt trocken aber recht windig mit teilweise starken Böen bei Höchstwerten von 16 bis 22 Grad.

Am Sonntag werden es bis zu 21 Grad. Nach einem meist freundlichen Beginn am Sonntag zieht von Osten her zeitweise starke Bewölkung auf, aber es fallen kaum Tropfen. Zu Wochenbeginn ist es freundlich und trocken. Der Montag bietet viel Sonnenschein und nur ein paar lockeren Wolken bei dann schon bis zu 26 Grad.

Die Nächte bleiben voraussichtlich erst einmal frisch, erst ab Montag wird es langsam milder. Dienstagnacht rechnet Behrend mit Tiefstwerten von 14 bis 6 Grad.

Frostnächte haben Erdbeeren und Apfelblüten zugesetzt

Das trockene Frühjahr bereitet vor allem den Landwirten Sorgen: "Es war definitiv zu wenig Regen", zog ein Sprecher des Hessischen Bauernverbands Bilanz über die für die Landwirte so wichtige Wachstumsperiode im Frühjahr. Von Mitte März bis Ende April habe es kaum geregnet, und auch wenn im Mai öfter Regen fiel, sei das in einigen Gebieten nicht ausreichend Niederschlag gewesen.

"Lange Trockenperioden machen sich im Ertrag bemerkbar", sagte der Sprecher. "Im März, April und Mai wird Wasser dringend gebraucht, damit die Pflanzen wachsen können."

Erschwerend kamen die Frostnächte im April und auch noch Anfang Mai hinzu. "Den Erdbeeren, der Apfel- und Kirschblüte hat das teilweise geschadet." Auch für den Raps sei der Frühling "nicht so toll gelaufen." Das Grünland habe ebenfalls gelitten - das macht sich dann später beim Winterfutter bemerkbar. Beim ersten Grasschnitt, der besonders wichtig sei, habe es Einbußen bis zu 40 Prozent gegeben.

Bauern zwischen Glück und Leid

Allerdings sehen nach Verbandsangaben nicht alle Bauern Grund zur Klage: "Es gibt einige, die sind ganz zufrieden, und andere, die sagen, es sei ganz furchtbar." Besonders der Schwalm Eder-Kreis und die Region um Limburg seien besonders von Trockenheit betroffen gewesen.

Sorge bereite, dass dies bereits das dritte Jahr in Folge sei, in dem sich Trockenheit auswirke. Zudem häuften sich Extremereignisse - statt des erhofften milden Landregens könne es zu Starkregen kommen, von dem die Pflanzen wenig Nutzen hätten. Was das Frühjahr 2020 letztlich für die diesjährige Ernte bedeutet, bleibe abzuwarten, sagte der Sprecher: "Wir hoffen auf jeden Fall noch. So lange die Pflanzen auf den Feldern noch grün sind, so lange nehmen sie noch Wasser auf."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschauwetter, 29.05.2020, 19.58 Uhr