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Audioseite Stinkender Tintenfischpilz wird in Hessen heimisch

Ein leuchtend roter, sternförmiger Pilz mit Tentakeln.

Er ist leuchtend rot, hat glibbrige Tentakel - und man riecht ihn schon aus großer Entfernung: der australische Tintenfischpilz. Jetzt ist der Appetitverderber auch immer häufiger in hessischen Wäldern zu finden.

In Wetzlar wurde er schon gesichtet, in Kassel und auch in Marburg: An immer mehr Orten in Hessen fühlt sich der Tintenfischpilz heimisch. Der ungewöhnliche Pilz ist leuchtend rot und hat zehn Zentimeter lange Tentakel. Am auffälligsten allerdings: sein penetranter Aasgeruch.

Wie bei seiner Verwandten, der Stinkmorchel, ist der Gestank für ihn lebenswichtig: Denn der Pilz trägt seine Sporen in einer übelriechenden Schleimhülle, die Fliegen und Mistkäfer anlockt, die die Sporen verbreiten. "Der Tintenfischpilz hat keine besonderen ökologischen Ansprüche", sagt Katharina Albert vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Pudelwohl fühlt sich der Pilz zum Beispiel auf Weiden und in Wäldern. Auch in Gärten haben überraschte Bewohner den Stinkepilz schon entdeckt.

Ungiftig, aber nicht essbar

Auf der Speisekarte im Fünf-Sterne-Restaurant ist der Tintenfischpilz zwar nicht zu finden. "Wegen seines Aasgeruchs ist er kein besonders kulinarisches Erlebnis", sagt Albert. Giftig sei der Pilz allerdings auch nicht.

Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass der Pilz mit Wolllieferungen aus Australien oder Militärausrüstung im Ersten Weltkrieg eingeschifft wurde. Begünstigt durch den Klimawandel ist er nach Auskunft des HLNUG seit 2017 auch hierzulande vermehrt anzutreffen.

Insbesondere im Süden Hessens, entlang des Mains und im Raum Gießen, Marburg und Kassel sei der stinkende Pilz bisher gesichtet worden, sagt Albert. Eine Verbreitungskarte hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie erstellt.

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