Ein Zaun umrandet in Teilen das Rasenufer eines Dorfteichs in Neukirchen.

Das Ertrinken von drei Kindern in einem nordhessischen Dorfteich hatte vor rund vier Jahren für Entsetzen gesorgt. Nun wurde ein Teil der Unglücksstelle eingezäunt. Der Bürgermeister war im Februar von einem Gericht als mitverantwortlich verurteilt worden.

Nach dem Ertrinken von drei Geschwistern in einem Dorfteich in Neukirchen (Schwalm-Eder) ist damit begonnen worden, das Gewässer teilweise einzuzäunen. In den kommenden Tagen sollten auch die restlichen Arbeiten abgeschlossen werden, sagte Bürgermeister Klemens Olbrich (CDU).

"Der Zaun soll dazu dienen, dass weitere Unfälle vermieden werden. Aber Gewässer sind und bleiben per se gefährlich", sagte der Rathauschef, der nach dem Ertrinken der Kinder wegen fahrlässiger Tötung im Februar verurteilt worden war.

Bürgermeister verurteilt

Das Amtsgericht Schwalmstadt verhängte eine Geldstrafe von 12.000 Euro (120 Tagessätze zu 100 Euro), allerdings unter Vorbehalt. Die Strafe ist für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zahlen musste Olbrich zudem 4.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Das Gericht befand dazu, der Bürgermeister habe die Verkehrssicherungspflicht für den Teich verletzt. Die Wasserstelle weise erhebliches Gefahrenpotenzial auf.

Nach Ansicht der Anklage hätte Olbrich den bis zu knapp zwei Meter tiefen Teich absichern müssen. Darin ertranken Juni 2016 zwei Jungen (5 und 9) und ein Mädchen (8). Gegen das Urteil in Schwalmstadt legte Olbrich Berufung ein. Er hatte jede Mitverantwortung für den Tod der Kinder von sich gewiesen. Das Verfahren könnte vor dem Landgericht Marburg wieder aufgenommen werden. Unterstützer Olbrichs hatten gegen seine Verurteilung demonstriert.

Vier weitere potenziell gefährliche Orte sollen gesichert werden

Um den Teich an den gefährlichen Stellen baulich absichern zu können, verabschiedete der Magistrat einen Beschluss. Die Materialkosten für den Zaun liegen den Angaben zufolge bei etwa 4.000 Euro. Nach dem Gerichtsurteil schaute sich Olbrich nach weiteren potenziell gefährlichen Orten in seiner Kommune um, die man absichern könnte.

Neben den Unglücksteich machte er zwei weitere Teiche, einen Wasserfall-Weiher und einen Spielplatz nahe einem Fließgewässer aus. Wie man damit umgehen könnte, soll nun eine in Auftrag gegebene Gefährdungsanalyse benennen.