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Audioseite Festnahmen nach versuchter Tötung in Vellmar

Ermittler am Tatort, einer trägt einen weißen Schutzanzug

Weil er den Mord an einem Geschäftspartner in Auftrag gegeben haben soll, sitzt ein 55-Jähriger aus Kassel in U-Haft. Auch zwei Strippenzieher wurden gefasst. Das Opfer überlebte den Angriff nur knapp.

Nach der lebensgefährlichen Attacke auf einen Mann in Vellmar (Kassel) im Juni sitzen drei Verdächtige in Untersuchungshaft. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, sollen sie die Tat allerdings nicht selbst ausgeführt, sondern in Auftrag gegeben und organisiert haben.

Geschäftsbeziehung mit dem Opfer

Nach Angaben der Ermittler ist ein 55 Jahre alter Mann aus Kassel dringend tatverdächtig, aus Habgier den Mord an dem 56-Jährigen in Auftrag gegeben zu haben. Die zwei weiteren Verdächtigen, ein 60-Jähriger aus Dortmund und ein 35-Jähriger aus Ahaus (NRW), sollen als Mittelsmänner fungiert und die ausführenden Täter engagiert haben. Unter anderem Zeugenaussagen und ausgewertete Spuren hätten zu dem Hauptverdächtigen geführt.

Der mutmaßliche Auftraggeber hatte den Ermittlungen zufolge eine Geschäftsbeziehung mit dem Opfer. Er soll den 60 Jahre alten Mittelsmann beauftragt haben, "einen Täter zu engagieren, der den 56-jährigen Vellmarer umbringen sollte", wie es in der Mitteilung heißt. Der Dortmunder soll diesen Auftrag dann an den zweiten Mittelsmann weitergegeben haben, der schließlich die bislang unbekannten Täter engagierte.

Schwer Verletzter rief selbst die Polizei

Die Auftragstäter griffen den Vellmarer Ende Juni auf dessen Firmengelände an und verletzten ihn mit verschiedenen Schlagwerkzeugen lebensgefährlich. Das Opfer brach zusammen, kam allerdings kurzzeitig wieder zu sich und konnte selbst den Notruf wählen. Dies habe ihm das Leben gerettet, so die Ermittler. Rund vier Monate nach der Attacke ist der Mann "auf dem Weg der Besserung", wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte.

Die drei Verdächtigen nahm die Polizei schon Ende August fest. Dass die Behörden diese Festnahmen mit fast zwei Monaten Verzögerung öffentlich machten, habe ermittlungstaktische Gründe, erklärte ein Polizeisprecher. Da die ausführenden Täter noch auf der Flucht waren, habe man zuerst versucht, auch sie zu finden - bisher erfolglos. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass sie sich ins Ausland abgesetzt haben.

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