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Prozess um Drogenplattform Chemical Revolution

Grafik, die eine Tüte voller Drogen in Form von Pillen etc zeigt, als wäre es eine Durchleuchtungsaufnahme der Flughafen-Gepäckkontrolle.

Chemical Revolution galt als bundesweit größter Drogen-Online-Shop. Fünf mutmaßlichen Betreibern drohen lange Gefängnisstrafen. Doch der Prozessauftakt wurde erneut verschoben.

Bei seiner Abschaltung im Jahr 2019 galt er als der damals größte deutschsprachige Drogen-Umschlagplatz im Darknet: Chemical Revolution. Ab Montag sollten sich fünf Angeklagte vor dem Landgericht Gießen verantworten, weil sie den illegalen Versandhandel mitbetrieben haben sollen. Doch der Prozessauftakt wurde wegen eines Coronafalls zum wiederholten Male kurzfristig verschoben. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Die Angeklagten sollen als Teil einer organisierte Bande Drogen in den Niederlanden beschafft und dann an unterschiedlichen Orten in Deutschland gebunkert, portioniert und - meist in kleineren Mengen - versandt haben. Die Kunden zahlten anonym über die Kryptowährung Bitcoin.

Lange Haftstrafen möglich

Weil einer der mutmaßlichen Tatorte in Ortenberg (Wetterau) war, findet die Verhandlung vor dem Gießener Landgericht statt. Die Anklage führt die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Den Angeklagten drohen lange Haftstrafen: In einem ersten Prozess im Chemical-Revolultion-Komplex waren vergangenen August bereits sieben andere Männer verurteilt worden. Sie bekamen Gefängnisstrafen zwischen zwei und neun Jahren. Wegen des umfangreichen Verfahrens und der Coronavirus-Pandemie wurde die Verhandlung damals auf zwei Prozesse aufgeteilt. Die erste Verhandlung dauerte ein ganzes Jahr.

Kiloweise Drogen verschickt

Laut der damaligen Urteilsverkündung soll die Gruppe ab Herbst 2017 agiert haben. Die Männer brachten demnach kiloweise Amphetamin, Marihuana, Kokain und Ecstasy über das Darknet in Umlauf. Dabei sollen sie rund eine Million Euro in Form von Kryptowährung eingenommen haben.

Im ersten Prozess hatten die Angeklagten die Vorwürfe weitgehend eingeräumt. Dabei stand bereits ein Mann aus dem Raum München vor Gericht, der als Mitbegründer der Plattform gilt. Er bekam die längste Haftstrafe. Die anderen bereits verurteilten Männer nahmen unterschiedliche Rollen ein, zum Beispiel sollen sie als Kuriere oder Laufburschen agiert haben.

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