Passagiere am Flughafen Frankfurt

Wegen mehrerer Drohnensichtungen am Flughafen Frankfurt mussten etliche Maschinen am Samstagabend umgeleitet werden. Die Bundespolizei geht von einer bewussten Sabotage aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Drohnensichtung: Frankfurter Flughafen stellt Betrieb vorübergehend ein

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Für fast eine Stunde konnten am Frankfurter Flughafen am Samstagabend keine Maschinen mehr starten oder landen. Nachdem dort eine Drohne gesichtet worden war, stellte die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Flugverkehr um 20.13 Uhr komplett ein.

Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei suchten nach dem unbekannten Flugobjekt. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Um 21.09 Uhr gab die Bundespolizei auf Twitter Entwarnung, der Betrieb an Deutschlands größtem Airport konnte wieder aufgenommen werden. Eine verdächtige Person oder eine Drohne sei bislang nicht gefunden worden, teilte die Bundespolizei am Sonntagmittag mit.

Man gehe aufgrund der bisherigen Erkenntnisse von einer gezielten Störaktion aus. Die Drohne oder Drohnen seien sehr nah an startenden und landenden Flugzeugen gesichtet worden. Nach mehreren glaubhaften Augenzeugenberichten habe die Drohne deutlich größer ausgesehen als ein handelsübliches Modell. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

⚠️ Update: Um 21:09 Uhr wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen. Die Ermittlungen von @Polizei_Ffm und #Bundespolizei dauern an. @Airport_FRA #Drohne #BPol #WirSindSicherheit *mm https://t.co/fhMOz9G92U

[zum Tweet]

Zunächst war gegen 19.30 Uhr eine Drohne an der Nordwest-Landebahn gesichtet worden, wie der Sprecher sagte. Daraufhin sei erst nur der Betrieb auf dieser Landebahn eingestellt worden. Als dann später auch in einem anderen Bereich des Flughafens eine Drohne auftauchte, wurde der Betrieb auf dem gesamten Airport vorübergehend eingestellt.

17 Flugzeuge umgeleitet

17 anfliegende Maschinen hätten an andere Flughäfen umgeleitet werden müssen, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport dem hr. Wie viele Starts verschoben oder gestrichen werden mussten, war zunächst unklar.

Am späten Abend gab es erneut eine Drohnensichtung. Der Flugbetrieb sei dadurch aber kaum noch beeinträchtigt worden, sagte ein Flughafensprecher. Die wenigen verbleibenden Starts seien über eine andere als die vorgesehene Startbahn abgewickelt worden.

Immer wieder Drohnensichtungen

Zwischenfälle mit Drohnen gibt es immer wieder am Frankfurter Flughafen - im Jahr 2018 insgesamt 31. Im vergangenen Jahr wurden in den ersten elf Monaten 26 Fälle erfasst, zweimal - am 25. März und am 9. Mai 2019 - musste der Flugbetrieb eingestellt werden.

In Deutschland sind Drohnenflüge in der Nähe von Start- und Landebereichen von Flughäfen verboten - es muss mindestens ein Abstand von eineinhalb Kilometern gehalten werden. Auch unmittelbar über Menschenmengen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Behörden, Bundesstraßen oder Bahnanlagen dürfen keine Drohnen aufsteigen.

Sendung: hr-iNFO, 08.02.2020, 22 Uhr