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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Razzia bei mutmaßlichem Mitwisser aus Kassel

Polizeiabsperrung

Nach dem islamistischen Anschlag in Wien mit vier Toten hat die Polizei das Haus eines mutmaßlichen Mitwissers in Kassel durchsucht. Der Mann soll die Pläne des Attentäters gekannt und Spuren verwischt haben.

Rund acht Monate nach dem islamistischen Anschlag von Wien hat die Bundesanwaltschaft am Mittwochmorgen die Wohnungen von zwei mutmaßlichen Mitwissern durchsucht. Einer davon ist der Kasseler Drilon G.: Die jungen Männer, die schon kurz nach dem Attentat ins Visier der Ermittler geraten waren, seien der Nichtanzeige geplanter Straftaten verdächtig, teilte die Karlsruher Behörde mit.

Laut den Ermittlern gibt es Hinweise darauf, dass die Männer seit einem Besuch bei dem späteren Attentäter vor einem Jahr von dessen Absichten gewusst hätten. Die beiden mutmaßlichen Mitwisser sollen ebenfalls eine radikal-islamische Gesinnung gehabt haben, wie die Bundesanwaltschaft sagte.

Mehrere Treffen, gelöschte Nachrichten

Der Mann aus Kassel und ein weiterer aus Osnabrück sollen vom 16. bis 20. Juli 2020 in Wien gewesen sein. Dort hätten sie sich mehrmals mit dem späteren Attentäter Kujtim F. getroffen und bei ihm übernachtet. Außerdem sollen sie am Abend des Anschlags - noch vor dessen Beginn - Kommunikationsinhalte mit dem Attentäter auf ihren Handys und in sozialen Netzwerken gelöscht haben, so die Bundesanwaltschaft.

Im November 2020 durchsuchte die Polizei erstmalig vier Häuser im Zusammenhang mit dem Attentat. Schon damals war die Wohnung des Kasselers Drilon G. dabei. Die am Mittwoch durchsuchte Wohnung im Stadtteil Forstfeld soll aber eine andere Adresse sein als die im November. Damals galt der Kasseler als Zeuge, mittlerweile als Beschuldigter, wie die Bundesanwaltschaft dem hr sagte. Deshalb habe sie erneut durchsucht.

Vier Tote, mehr als 20 Verletzte

Als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat hatte Kujtim F. am 2. November 2020 in Wien mit mehreren Schusswaffen vier Menschen getötet. Mehr als 20 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Attentäter starb schließlich durch die Schüsse von Polizisten. Unter den Todesopfern war eine Deutsche.

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