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Audioseite Edersee so voll wie selten im Sommer

Viele Touristen stehen vor einem Auflugsschiff und wollen an Bord gehen. Das Schiff trägt die Aufschrift "Edersee". Im Hintergrund ist der weite See und die umgebende Landschaft zu sehen.

Alles Gute kommt von oben: Wer glaubt, dass Urlaub nur Sonne und Strand bedeutet, der sollte dringend nach Nordhessen kommen. Der Regen um den Edersee führt zu einem kleinen Tourismus-Boom.

Die Tourismusbranche am Edersee freut sich: "Die Gastro brummt, Ferienwohnungen sind vermietet, wir sind hochzufrieden", sagte Thomas Hennig vom Regionalverband Eder-Diemel, einer Interessensvertretung von Wassersportlern, Hoteliers und Gastronomen. Nach Angaben des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Hann. Münden war der See zum Wochenbeginn zu 93 Prozent gefüllt.

Der Wasserstand lag bei 243,77 Metern über Normalnull (NN). Mit weiteren 1,2 Metern wäre das Maximum des Sees erreicht. Der Vergleich zum vergangenen Jahr zeigt, wie groß der Unterschied ist. Im Juli 2020 war der Wasserstand wegen der Trockenheit unter die kritische 50-Prozent-Marke gesunken. "Da hatten wir zu dieser Zeit fast alle Boote an Land", sagte Hennig.

Zwei Wanderer mit Hund am Edersee

Mehr Touristen, mehr Probleme

Nicht nur Segler, Taucher oder Paddler kommen derzeit, auch viele Camper wollen die Natur am Edersee genießen. Dabei würde die Zahl der Wildcamper zunehmen und zum Problem werden, berichtet die Waldeckische Landeszeitung am Montag.

In den Wäldern rund um den Edersee, die noch nicht zum Nationalpark Kellerwald gehören, würden demnach Wildcamper Müll hinterlassen oder Feuer machen. Das sorge bei Anwohner für Frust.

Weiter wechselhaftes Wetter

Die Niederschlagsmenge an der Messstelle in Frankenau, dem Einzugsgebiet des Edersees, betrug 113 Liter pro Quadratmeter im Juli. Damit sei der Monat 74 Prozent regenreicher als sonst üblich, erklärte hr-Wetterexperte Tim Staeger. "Das hat sicher auch dazu geführt, dass der Edersee so voll ist."

Für die kommenden Tage sei zwar kein Starkregen zu erwarten, dafür aber immer wieder einzelne Schauer, so der hr-Meteorologe. Ein Absinken des Wasserpegels ist damit nicht in Sicht.

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