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Audioseite Ehefrau erwürgt: 27-Jähriger zu langer Haft verurteilt

Eingangsportal des Landgerichts Darmstadt

Weil er seine Ehefrau tötete, hat das Landgericht Darmstadt einen 27-Jährigen zu mehr als 13 Jahren Haft verurteilt. Kurz vor der Tat hatte die Frau eine Anzeige gegen den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung zurückgezogen.

Wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung hat das Darmstädter Landgericht einen 27-Jährigen am Dienstag zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte gestanden, seine ebenfalls 27 Jahre alte Ehefrau Ende Februar in Biebesheim (Groß-Gerau) erwürgt zu haben.

Die Leiche der Frau legte der Mann in einem Gebüsch in der Nähe des Tatorts ab. Vorausgegangen sein soll ein Streit im Hause des Ehepaars. Das Gericht ging am Dienstag davon aus, dass der Angeklagte seine Eifersucht nicht steuern konnte, als er seine Frau erwürgte. Demnach verurteilten die Richter den Mann nicht wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen, sondern wegen Totschlags.

Messerangriff bereits im Januar

Bereits im Januar, einen Monat bevor er seine Frau tötete, hatte der Mann den Feststellungen zufolge schlecht maskiert seiner Frau mit einem Messer in den Schritt gestochen, um ihr Angst vor einem Unbekannten zu machen und den Beschützer spielen zu können.

Die Ehefrau, die ihn erkannte, zeigte ihren Mann zunächst an. Sie zog ihre Anzeige aber wieder zurück und berief sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht, so dass das Verfahren 2020 eingestellt wurde.

"Schicksalhafte und toxische Beziehung"

Das Paar hatte 2013 geheiratet, es gibt zwei gemeinsame, sechs und sieben Jahre alte Kinder. Der Angeklagte, laut Gericht "ein etwas tumber Mensch", galt als eifersüchtig und hatte die 27 Jahre alte Pflegerin und ihr Handy kontrolliert. "Eine schicksalhaft und toxisch angelegte Beziehung, die so endete, wie es die Getötete nicht verdient hatte", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Der Anwalt der Nebenklägerinnen, es handelt sich um Mutter und Schwester der Toten, will prüfen, ob er Revision einlegt. Er hatte lebenslang wegen Mord aus Eifersucht gefordert. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten auf Totschlag und gefährliche Körperverletzung plädiert und 13 Jahre und sechs Monate beziehungsweise 9 Jahre und sechs Monate Gesamthaftstrafe gefordert.

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