Vater (hinten) und Sohn (vorne) nehmen Platz zu Beginn des dritten Prozesses im vergangenen April um den Mord an einem Ehepaar auf einem Reiterhof in Maintal-Dörnigheim.

Zwei Mal waren ein Vater und sein Sohn freigesprochen worden, beide Urteile kassierte der BGH. Nun hat das Frankfurter Landgericht die Männer zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten ein Ehepaar auf einem Reiterhof in Maintal-Dörnigheim getötet.

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zum Video Totschlag auf Reiterhof: Vater und Sohn verurteilt

hessenschau von 16:45 Uhr vom 1307.2021
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Im dritten Totschlag-Prozess hat das Landgericht Frankfurt einen Vater und seinen Sohn zu jeweils zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Richter gingen am Dienstag von Totschlag aus. Die beiden 36 und 66 Jahre alten Männer hatten im Juni 2014 ein Ehepaar im Streit um Mietschulden auf einem Reiterhof in Maintal-Dörnigheim (Main-Kinzig) getötet.

Es ist die erste Verurteilung der beiden Männer wegen der Tat. In den ersten beiden Prozessen waren die Angeklagten noch vom Landgericht Hanau freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hob die Freisprüche später jeweils wieder auf.

Zu viele Widersprüche für Notwehr

Im dritten Prozess ging die Schwurgerichtskammer dagegen nicht mehr von einer Notwehrsituation aus. Dafür gebe es zu viele Widersprüche. Der Sohn hatte zunächst den 57 Jahre alten Ehemann erstochen - kurz darauf erschoss der Vater die gleichaltrige Ehefrau. Nach Schilderung der Angeklagten waren sie von dem Ehepaar mit Hunden, Messer und einem Beil bedroht worden.

Die Leichen waren an einer Jauchegrube unter einem Misthaufen vergraben worden. Man sei nach dem Vorfall "völlig kopflos" gewesen, sagte dazu der 66 Jahre alte Angeklagte während des Prozesses. Messer und Beil der Opfer habe man in den nahen Main geworfen, weitere Spuren verwischt.

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