Feuerwehrübung an einem E-Auto
Feuerwehrleute bei einer speziellen Übung mit einem E-Auto Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Immer mehr Elektroautos fahren auf Hessens Straßen - und sie stehen buchstäblich unter Strom. Wenn sie in Unfälle verwickelt werden, stellt das Feuerwehrleute vor besondere Herausforderungen. Vor allem, wenn der Akku in Brand gerät.

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Langsam, aber sicher steigt auf Hessens Straßen die Zahl der Elektroautos. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass solche Autos in Unfälle verwickelt werden. Rettungskräfte stellt das vor ganz neue Herausforderungen. Erst kürzlich standen Feuerwehrleute nach einem Unfall bei Dreieich (Offenbach) ratlos vor einem Sportwagen der Marke Tesla: Sie wussten nicht, wo die Stromkabel verliefen und hatten Angst vor einem elektrischen Schlag.

Elektroautos stehen buchstäblich unter Strom. Wenn Retter die Karosserie aufschneiden müssen, um eingeklemmte Insassen zu retten, ist der Blick auf die Schaltpläne lebenswichtig. Denn die elektrischen Kabel dürfen nicht durchtrennt werden. An Feuerwehrschulen wird jetzt deshalb verstärkt der Ernstfall geübt.

"Eigentlich kann man es nicht löschen"

Richtig kompliziert wird es, wenn ein E-Auto in Brand gerät. Die Energie der E-Autos steckt in einem Akku im Unterbau des Fahrzeugs. Wenn der bei einem Unfall Feuer fängt, stehen die Rettungskräfte vor einem großen Problem, erklärt Andreas Ruhs, Brandschutzexperte der Frankfurter Feuerwehr. "Dann setzt der Akku unheimlich viel Energie frei."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found E-Autos stellen Feuerwehrleute vor große Herausforderungen

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Die Flammen zu löschen, sei dann sehr schwierig. "Eigentlich kann man es nicht löschen", sagt Ruhs. "Es muss kontrolliert abbrennen oder ausbrennen." Und zwar zwei bis drei Tage lang. Erst dann sei sicher, dass in keiner der Akkuzellen noch ein Brand schwele. Am besten sei es, das Fahrzeug in ein Wasserbad zu tauchen.

Problem Tiefgarage

Im Vergleich zu Benzinern oder Dieselautos gehen von E-Autos andere Gefahren aus. Bei Unfällen verwandeln sie sich zwar selten in Feuerbälle, Explosionen halten Experten aufgrund der Bauart als unwahrscheinlich. Dafür strömen aus den brennenden Akkus heiße, giftige und ätzende Gase. Das ist vor allem in geschlossenen Räumen ein Problem.

"Wenn ein Pkw in der Tiefgarage brennt, dann ist das für uns ein sehr kräfteintensiver und auch nicht ungefährlicher Einsatz", sagt Ruhs. "Und wenn dann noch Elektrofahrzeuge dabei sind, die mit ihren Akkus doch einen erheblichen Beitrag zu einem Brand leisten können, dann stellt uns das ehrlicherweise vor große Herausforderungen."

In Parkhäusern und Tiefgaragen kommt es dann auf zwei Dinge an: Die sogenannte Entrauchung muss gut funktionieren - und das brennende E-Auto muss sich so schnell wie möglich aus dem Gebäude herausholen lassen. Darauf müsse man künftig beim Bau von Parkhäusern und Tiefgaragen achten, meint Ruhs. Von Alarmismus ist der Brandschutzexperte aber weit entfernt. Grundsätzlich seien E-Autos nicht gefährlicher als Benziner, die ja teilweise 100 Liter leicht entflammbarer Flüssigkeit enthalten.