Mann in Handschellen
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Rund zehn Monate nach den Attacken auf Polizisten am Rande des Schlossgrabenfestes in Darmstadt ist am Donnerstag ein erstes Urteil gefallen. Angeklagt war ein 19-Jähriger, der sich geständig zeigte.

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Das Amtsgericht Groß-Gerau hat am Donnerstag einen 19-Jährigen zu zwei Wochen Jugendarrest und einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Zudem muss der Angeklagte die Kosten des Verfahrens tragen und an einem Anti-Aggressionskurs teilnehmen.

Reue vor Gericht

Der junge Mann gab vor Gericht zu, bei den Randalen im Darmstädter Herrngarten im vergangenen Juni zwei Glasflaschen auf eine Gruppe von Polizisten geworfen und dabei Beleidigungen gebrüllt zu haben. Er habe zu viel Alkohol getrunken und sich dann von der Menge mitreißen lassen, gab er in dem Prozess an. Er bereue seine Tat.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 19-Jährigen eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten gefordert. Gegen das jetzige Urteil kündigte die Anklagebehörde Berufung an.

Bei den Attacken im Herrngarten waren Dutzende Polizisten verletzt und über 100 Personen vorläufig festgenommen worden. Unter den Festgenommenen befand sich auch ein Polizeianwärter aus Darmstadt. Dieser hatte sich laut Ermittler nicht an den Randalen beteiligt. Er habe aber versucht, seinen Polizeistatus zu nutzen, um festgenommene Freunde zu befreien. Der Polizeianwärter wurde suspendiert.

157 Strafverfahren eingeleitet

Der heutige Prozess gegen den 19-jährigen Flaschenwerfer war der Auftakt der gerichtlichen Aufarbeitung der Ausschreitungen vom vergangenen Juni. Insgesamt waren 157 Strafverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzungsdelikten, Sachbeschädigung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden, mindestens 30 Prozesse stehen noch aus.