Der Reisebus landete nach dem Zusammenstoß mit einem Rettungswagen nahe Lübeck im Straßengraben.
Der Reisebus landete nach dem Zusammenstoß mit einem Rettungswagen nahe Lübeck im Straßengraben. Bild © picture-alliance/dpa

Mehr als ein Jahr nach einem tödlichen Reisebusunfall in Schleswig-Holstein ist der Fahrer wegen fahrlässiger Tötung zu 4.500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. An Bord war eine Reisegruppe aus Nordhessen.

Ein Betreuer tot, 30 Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche aus dem Schwalm-Eder-Kreis verletzt - das war die traurige Bilanz eines Busunfalls vor über einem Jahr bei Rüting in Ostholstein.

Unaufmerksam gefahren und Abstand nicht eingehalten

Nun ist der Fahrer des Reisebusses, in dem die Opfer saßen, zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Oldenburg (Schleswig-Holstein) verurteilte den 52-Jährigen am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung, weil er den gebotenen Abstand nicht eingehalten habe und unaufmerksam gewesen sei.

Im Juni 2018 war der mit 38 Ferienkindern und 11 Betreuern besetzte Reisebus frontal mit einem Rettungswagen zusammengestoßen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hatte der Busfahrer ein vor ihm haltendes Auto zu spät bemerkt und war auf die Gegenfahrbahn ausgewichen, um eine Kollision zu vermeiden.

22-Jähriger stirbt zwei Tage später

Dabei übersah er den mit Blaulicht und Martinshorn herannahenden Rettungswagen. 30 Menschen wurden verletzt, ein 22 Jahre alter Betreuer erlag zwei Tage nach dem Unfall seinen Verletzungen.

Strafmildernd wertete das Gericht einem Sprecher zufolge, dass sich der Angeklagte im Gerichtssaal bei den Angehörgen des Getöteten entschuldigte. Die gravierenden Folgen seines Fehlverhaltens auf der Straße hätten sich dagegen strafverschärfend ausgewirkt.

Gruppe kam von Karl-May-Festspielen

Die Gruppe war auf der Rückfahrt von den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg in ihr Ferienlager in Dahme an der Ostsee. Die Jugendfreizeit wurde damals abgebrochen. Busse brachten die Kinder zurück nach Hessen.