Unfall in Frankfurt
Das Auto des Unfallverursachers nach dem Crash im Juni 2015. Bild © hr

Weil er unter Drogeneinfluss einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hatte, ist ein 27 Jahre alter Mann in Frankfurt zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ein Elfjähriger war durch den Zusammenstoß am Mainufer ums Leben gekommen.

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Der 27 Jahre Angeklagte wurde am Freitag vor dem Frankfurter Amtsgericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt. Das Gericht ging von fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung aus und sperrte darüber hinaus den Führerschein für mindestens zwei Jahre.

Nachdem er kurz zuvor aufputschende Amphetamine konsumiert hatte, war der Angeklagte im September 2015 gemeinsam mit mehreren Bekannten aus Weiterstadt (Darmstadt-Dieburg) zu einer Spritztour nach Frankfurt aufgebrochen. Obwohl er am Mainufer in Sachsenhausen ortsunkundig war, fuhr er mit 75 bis 85 Stundenkilometer in eine Kurve. Er übersah dabei eine Verkehrsinsel und schleuderte mit seinem Fahrzeug gegen ein entgegenkommendes Auto, mit dem ein Familienvater mit drei Söhnen unterwegs war.

Ein Elfjähriger starb drei Tage nach dem Unfall im Krankenhaus, die beiden anderen Kinder sowie der Vater wurden schwer verletzt. Auch drei Insassen des mit fünf Personen besetzten Unfallautos wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Schon früher wegen Verkehrsdelikten verurteilt

Vor Gericht machte der Angeklagte einen geknickten Eindruck und entschuldigte sich bei dem Familienvater und den anderen Opfern. Die Amphetamine wollte er schon einige Tage zuvor eingenommen haben, was jedoch ein Sachverständiger widerlegte. Gericht und Staatsanwaltschaft sahen in Anbetracht der "massiven Pflichtwidrigkeit" und der gravierenden Folgen keine Möglichkeit für eine Bewährungsstrafe.

Darüber hinaus hatte sich der Mann auch in seiner polnischen Heimat bereits wegen Straßenverkehrsdelikten gerichtlich zu verantworten und musste deshalb bereits eine längere Haftstrafe verbüßen.