So sollen sich die neuen Hochhäuser in Frankfurt nach ihrer Fertigstellung in die Skyline einreihen.

Planungsdezernent Josef hat große Pläne für Frankfurt: Eine neue Generation von Hochhäusern soll Leben in die Innenstadt zurückbringen. Den Anfang machen vier Türme auf engstem Raum.

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Würde man die vier neu geplanten Hochhäuser mitten in der Frankfurter Innenstadt ebenerdig ausbreiten, entstünde eine Fläche so groß wie das halbe Bahnhofsviertel. Mit "Four", wie der Immobilienentwickler Groß & Partner die vier Hochhäuser nennt, entsteht zwischen Roßmarkt und Goetheplatz ein neues Quartier. Die Türme werden sich zwischen Commerzbank und Omniturm in die Skyline einreihen.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) versprach am Tag der Grundsteinlegung nichts weniger als eine neue Generation von Hochhäusern. "Zum ersten Mal entsteht in Frankfurt eine Hochhausfamilie", sagte er am Mittwoch: "Das gibt es so nur in Südostasien und Nordamerika." Frankfurt gehe mit dem Hochhausquartier neue Wege und setze bundesweit neue Maßstäbe.

Hochhäuser entstehen auf engstem Raum

Die Hochhäuser wachsen auf engstem Raum: das kleinste 100 Meter, das höchste mehr als 230 Meter hoch. Damit wird es etwa so hoch wie der Messeturm. Das Besondere daran: Die vier Türme stehen auf einem gemeinsamen Sockel. Das Ensemble soll sich zur Stadt hin öffnen und die Bürger zum Shoppen, Flanieren und Wohnen einladen - auch das ist neu im Frankfurter Bankenviertel, wo bislang abends kaum was los ist.

Simulation der geplanten neuen Hochhäuser in Frankfurt.

Rund die Hälfte der 213.000 Quadratmeter sind für Büros vorgesehen. Die andere Hälfte bietet Platz für zwei Hotels, etliche Shops, Restaurants, eine Kita und rund 600 Wohnungen. In Zukunft sollen im Vier-Türme-Viertel um die 1.000 Menschen wohnen. Ein Drittel des Wohnraums werde sozial gefördert, betont Frankfurts SPD-Chef Josef.

Der Planungsdezernent will die Innenstadt in Zukunft weiter verdichten: "Ich glaube, wer nachhaltig und effizient bauen und Flächen schonen will, der muss sich mehr städtebauliche Dichte zutrauen." Neue Gebäude sollten sich vielfältig nutzen lassen, betonte auch Immobilenentwickler Jürgen Groß bei der Grundsteinlegung: "Es entstehen komplexe Strukturen, und man kann den Zuschnitt der Wohnungen verändern und den Wohnformen der Zukunft anpassen."

Gemischte Nutzung vorgesehen

Das neue Viertel soll sich in die Umgebung integrieren: Statt abweisender Fassaden sollen einladende Räume entstehen. Die vier Türme, so sehen es die Pläne vor, stehen "verdreht" und einander zugewandt und sind auf zwei Geschossen durch eine Einkaufspassage verbunden.

Besucherinnen und Besucher haben von drei Seiten Zugang und können sich auf einer begrünten Dachterrasse ausruhen und begegnen - so der Wunsch der Stadtplaner. Damit öffnet sich das Areal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder der Stadt. "Das große Areal der Deutschen Bank war ein Ort zum Arbeiten, ein isolierter Raum, den man nicht betreten durfte", sagte Josef über den früheren Nutzer der Fläche. Das soll sich jetzt ändern: "Wir entwickeln den Ort historisch gesehen wieder in die Richtung, die er mal war. Zu einem öffentlichen Raum mit einem Stadtplatz für verschiedene Nutzungen."

Mieter sollen 2024 einziehen

Im März 2016 wurde der städtebauliche Ideenwettbewerb für das Areal ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt das Amsterdamer Architekturbüro UNStudio im Februar 2017. Rund ein Jahr später begannen die Abrissarbeiten des dunklen Deutsche-Bank-Turms. Einziehen können die ersten Mieter im "Four" wohl frühestens im Jahr 2024.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 17.03.2021, 19.30 Uhr