Alexander Majid mit seiner Dogge Lupo in der Hundewaschstraße in Frankfurt

Einen 84-Kilo-Hund zum Waschen in die Badewanne zu wuchten, geht mit der Zeit ins Kreuz. Ein Frankfurter Doggenbesitzer hat daher eine Waschstraße für große und kleine Vierbeiner eröffnet.

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zum hr-fernsehen.de Video Münze einwerfen, waschen, einschäumen, trocknen

maintower vom 16.04.2021
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Ein "Hopp" von Herrchen Alexander Majid, und schon läuft seine Deutsche Dogge Lupo die schmale Rampe nach oben und nimmt Platz in der großen silbernen Wanne. Alexander Majid wirft einen Euro in den Automaten neben der Wanne, wählt eines der verschiedenen Waschprogramme und schnappt sich den Schlauch mit Duschkopf, aus dem jetzt Wasser mit Shampoo fließt. Der große Hund lässt das Waschprogramm entspannt über sich ergehen.

Das Prinzip dieser Hundewaschanlage in Frankfurt-Niederrad erinnert ganz klar an eine Waschstraße für Autos. Zwar gibt es hier keine Unterbodenwäsche und keine Lackversiegelung. Dafür wählen Hundehalter und Hundehalterinnen zwischen Pfoten-Shampoo, Pflegeshampoo für das Fell und Feuchtigkeitskur. Alexander Majid wählt für Lupo das Glanz-Finish-Programm. Er seift die vierjährige Dogge ordentlich ein und spitzt sie anschließend ab. Als das Wasser versiegt, wirft er einen Euro nach. Ebenso, um den Fön anzuschalten.

Niemand muss den Hund zum Waschplatz tragen

Alexander Majid ist der Betreiber der Hundewaschanlage, der ersten ihrer Art in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Auf die Idee kam er, weil, wie er sagt, das Baden seiner Dogge so mühsam ist, die "zarte 84 Kilo" wiege. "So einen Hund zu Hause in die Badewanne hinein und wieder herauszuheben, ist einfach unmöglich. Deswegen habe ich nach einer Lösung gesucht, die es für den Hund und auch den Hundehalter einfacher macht."

In der Hundewaschanlage haben die Vierbeiner viel mehr Platz. Niemand muss sie erst zum Waschplatz tragen. "Außerdem hat man den ganzen Dreck danach nicht im Badezimmer, sondern geht mit einem sauberen Hund bequem nach Hause", fügt Majid hinzu. Nach seinen Angaben kommen derzeit täglich fünf bis sechs Kunden mit ihren vierbeinigen Begleitern.

Alexander Majid mit seiner Dogge Lupo in der Hundewaschstraße in Frankfurt

Ursprünglich leitete der 39-Jährige eine Umzugsfirma in zweiter Generation. Wegen Corona sei diese aber quasi insolvent, berichtet er. Die Sorge um seine wirtschaftliche Existenz setzte Majid im vergangenen Frühjahr stark zu. "Es kam so weit, dass ich einen Herzinfarkt hatte und mir zwei Stents gesetzt wurden. Es war nicht einfach, aber ich bin aufgestanden und habe weitergemacht."

Majid plant 24-Stunden-Waschanlage

Das heißt konkret: Er erweiterte sein vor zwei Jahren eröffnetes Tierbedarfsgeschäft Schnauze & Co., in dem er Tiernahrung verkauft und einen eigenen Hunde-Friseurbereich anbietet, um die Selbstbedienungswaschanlage.

"In den USA gibt es fast überall neben dem Carwash auch einen Dogwash", berichtet Alexander Majid - und jetzt auch in Hessen. In Zukunft will er die Station für Fellpflege to go optimieren. Stammkunden sollen einen Zugangschip bekommen, mit dem es ihnen möglich ist, die Waschanlage rund um die Uhr zu benutzen. "Dann kann man zum Beispiel spontan nachts vorbeikommen, wenn sich der Hund beim Spazierengehen im Schlamm gewälzt hat."

Sendung: hr-fernsehen, maintower, 16.04.2021, 18 Uhr