Eine junge Wildkatze streift durch ihr Revier im Taunus.

Sie sind menschenscheu und nachtaktiv: Nur selten sind Wildkatzen hierzulande in freier Wildbahn zu beobachten. Doch angelockt von Baldrian hinterließen jetzt einige bei Butzbach ihre Spuren.

Einst waren Wildkatzen fast ausgerottet. Seitdem sie unter strengem Artenschutz stehen, hat sich ihre Population in Hessen wieder etwas erholt. Experten schätzen den Bestand derzeit auf landesweit 1.000 Exemplare. Noch immer aber sind sie sehr selten nachzuweisen. Sie sind menschenscheu und vor allem in der Nacht aktiv. Doch bei Butzbach sind jetzt vier Exemplare dokumentiert worden.

"Die Wildkatzen konnten sowohl im Wald rund um den Hausberg als auch im Griedeler Markwald nachgewiesen werden", sagte Joachim Höller vom BUND Butzbach laut Mitteilung von Donnerstag. Demnach soll es sich um zwei männliche und zwei weibliche Wildkatzen handeln. Ihre genetische Herkunft deutet darauf hin, dass sie mit Wildkatzen aus dem Taunus verwandt sind.

Mit Baldrian angelockt

Nachgewiesen wurden die Butzbacher Wildkatzen anhand von elf Haarproben, die von den sogenannten Lockstöcken abgesammelt wurden. Dabei werden in der Regel raue, mit Baldrian besprühte Holzstöcke im Wald aufgestellt. Angelockt von Baldrian reiben sich die Wildkatzen an den Stöcken - und hinterlassen dort einzelne Haare.

Die aus Butzbach stammenden Haare hat der BUND bei der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Abteilung Wildtiergenetik, in Gelnhausen auf genetische Profile der Wildkatzen untersuchen lassen.

Anhand der Proben konnte auch festgestellt werden, dass eines der männlichen Tiere, ein so genanntes Kuder, für seine Streifzüge mehrmals die B3 nördlich von Butzbach überquerte. Als Unterschlupf scheint ein Feldgehölz gedient zu haben.