Polizei auf dem Opernplatz in Frankfurt

Fünf Wochen nach den Ausschreitungen am Frankfurter Opernplatz haben Polizei und Staatsanwaltschaft zwölf mutmaßliche Flaschenwerfer ermittelt. 21 weitere Beschuldigte sollen nun von der Öffentlichkeit identifiziert werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Öffentliche Fahndung nach Flaschenwerfern vom Opernplatz

Ein junger Mann wirft eine Flasche in Richtung von Polizisten nahe des Opernplatzes in der Nacht zum 19. Juli
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Die Liste der Vergehen ist lang: Nach der Randale am Frankfurter Opernplatz ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen zwölf Beschuldigte wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Den namentlich bekannten Personen werde vorgeworfen, in der Nacht zum 19. Juli "mindestens eine Flasche oder einen ähnlich gefährlichen Gegenstand" auf Polizeibeamte geworfen zu haben, heißt es in einer Mitteilung vom Montag.

Drei Tonnen Glasscherben

Bei 21 weiteren mutmaßlichen Tätern gehen die Beamten nun selbst in die Offensive: Mit teils deutlich erkennbaren Fahndungsfotos hoffen sie auf Zeugenhinweise. "Wir kamen mit unseren Ermittlungen nicht weiter", erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, die öffentliche Suche.

Bei den Ausschreitungen waren fünf Polizisten verletzt und 39 mutmaßliche Krawallmacher vorübergehend festgenommen worden. Aus einer Menge von 500 bis 800 Menschen heraus waren die Beamten mit Flaschen beworfen worden, als sie einem Opfer einer Schlägerei zu Hilfe kommen wollten.

Das Ausmaß des Vorfalls zeigte sich laut Polizei auch durch die Menge der auf dem Opernplatz eingesammelten Glasscherben. Während hier am Wochenende in der Regel 50 bis 100 Kilogramm Altglas eingesammelt würden, seien es in der Tatnacht fast drei Tonnen gewesen.

Stadt reagierte mit Betretungsverbot

Auch, weil wegen der Corona-Krise Clubs und Diskotheken geschlossen sind, hatte sich der Opernplatz zu einer Art Open-Air-Partyzone entwickelt. Tausende Menschen feierten vor allem im Juni und Juli bis tief in die Nacht. Nach den Ausschreitungen erhöhte die Stadt die Polizeipräsenz massiv und verhängte ein Betretungsverbot ab Mitternacht. Seitdem blieb es in den vergangenen Wochen rund um den Opernplatz friedlich.

Sendung: hr-iNFO, 24.08.2020, 14.00 Uhr