Einsatzkräfte sind vor Ort am Unglücksort in Diemelsee.

Nach dem Osterfeuer-Unglück in Nordhessen mit einem Toten und sieben teils schwer Verletzten ermittelt die Polizei weiter. Noch ist unklar, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird.

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Ermittlungen nach Osterfeuer-Unglück in Diemelsee

hessenschau von 16:45 Uhr
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Die Ermittlungen zu dem schweren Unfall mit einem Toten und sieben Verletzten beim Aufbau eines Osterfeuers in Diemelsee (Waldeck-Frankenberg) dauern an. Zunächst werte man Bild- und Videomaterial aus und rede mit den Zeugen, erklärte ein Sprecher der Polizei am Dienstagmorgen das weitere Vorgehen.

Noch sei nicht klar, ob es sich bei dem Zwischenfall um ein Unglück handele oder in der Zukunft möglicherweise ein Strafverfahren eingeleitet werden müsse, so der Sprecher. 

Holzstapel für Osterfeuer eingestürzt

Am Karsamstag hatte ein einstürzender riesiger Holzstapel für ein Osterfeuer einen 31-Jährigen getötet. Sieben weitere Männer wurden dabei verletzt, davon sechs schwer. Die Männer im Alter zwischen 15 und 27 Jahren seien in Krankenhäuser in Korbach, Bad Arolsen und Kassel gebracht worden. Lebensgefahr bestünde bei keinem der Verletzten mehr, teilte die Polizei dem hr mit.

Der Unfall geschah nach Polizeiangaben gegen 17.30 Uhr. Nach bisherigem Kenntnisstand habe die Landjugend aus Diemelsee-Wirmighausen eine bis zu 20 Meter hohe Holzkonstruktion aus Stämmen aufgebaut. Daran seien 30 bis 40 Helfer beteiligt gewesen. Obwohl der Aufbau des Osterfeuers fast beendet gewesen sei, stürzte der Aufbau, der angeblich seit Jahren bewährt sei, in sich zusammen.

Helfer retten Verschüttete mit Kettensägen

Die meisten der Verletzten und auch der getötete 31-Jährige hielten sich den Angaben zufolge beim Zusammensturz im Inneren der Holzkonstruktion auf. Die umstehenden Helfer hätten die Hölzer auseinander gezogen und sich mit Kettensägen vorgearbeitet, um die Verschütteten zu retten.

In Hohlräumen unter den Stämmen seien die Verletzten gefunden und anschließend befreit worden. Der 31-Jährige war trotz Reanimationsmaßnahmen am Unglücksort gestorben. Im Ortsteil Wirmighausen leben rund 370 Menschen, der Ort stünde aktuell unter Schock, hieß es von der Polizei.

Osterfeuer sind ein Jahrhunderte alter Brauch. Die Feuer sollen auch das Ende des Winters symbolisieren. Wegen der Corona-Pandemie war der Brauch und das zugehörige Beisammensein in den vergangenen Jahren vielerorts ausgefallen, so dass die Osterfeuer in diesem Jahr mit besonderer Freude erwartet worden waren. In Wirmighausen war das Feuer für Sonntag geplant.

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