Polizeipräsidium Frankfurt

Bei der Frankfurter Polizei gibt es neue Ermittlungen gegen Beamte wegen möglichen Fehlverhaltens. Sie sollen nach einer Feier unter Kollegen zum Haus eines observierten Gefährders gefahren sein und an dessen Haus uriniert haben.

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hs
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Wie eine Sprecherin der Frankfurter Polizei dem hr am Montag bestätigte, laufen gegen insgesamt sechs Beamte der Frankfurter Polizei Disziplinarverfahren wegen möglichen Fehlverhaltens. Bei diesen Polizisten handele es sich um fünf Männer und eine Frau.

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill habe die internen Ermittlungen zur Chefsache erklärt.

Bild-Zeitung: Polizisten pinkeln gegen Gefährder-Haus

Zwei Staatsschutz-Fahnder vom Kommissariat 43 in Frankfurt ihren Abschied mit Kollegen von anderen Dienststellen gefeiert haben. Die Bild-Zeitung hatte am Montag zuerst über den Fall berichtet. Mehrere betrunkene Beamten sollen dann laut der Zeitung zu dem Haus eines observierten Gefährders gefahren sein, zwei von ihnen hätten dann gegen dessen Haus uriniert.

Die Beamten sollen Kapuzenshirts getragen haben, um von den eigenen Polizei-Überwachungskameras nicht erkannt zu werden. Man gehe davon aus, dass es den Vorfall gegeben habe, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag: "Wir müssen erst mal sehen, was an den Berichten dran ist und das verifizieren."

Den fünf Beamten und der Beamtin, deren Verhalten nun überprüft werde, drohe unter anderem eine Umbesetzung. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt befasst sich dagegen nicht mit der offenbar reich alkoholhaltigen Feier und ihrem Ausgang: "Das wären ja keine Straftaten, sondern reine Ordnungswidrigkeiten", sagte eine Sprecherin.

Negativ-Schlagzeilen

In jüngster Vergangenheit sorgte die Frankfurter Polizei immer wieder für Negativ-Schlagzeilen. So wurden im vergangenen Oktober und Dezember insgesamt sechs Beamte suspendiert. Sie werden verdächtigt, in einer einer Whatsapp-Gruppe rechtsextreme Bilder und Videos ausgetauscht zu haben.

Ermittler stießen auf die Gruppe, als sie ein Schreiben mit Todesdrohungen gegen eine Frankfurter Anwältin und ihre zweijährige Tochter untersuchten. Die Privatadresse der Anwältin war von einem Polizeicomputer im 1. Frankfurter Revier abgerufen worden.

Hessenweit zählte Innenminister Peter Beuth (CDU) im März 38 Ermittlungsverfahren gegen Polizisten wegen Rechtsextremismus-Verdachts.