Die Stadt Alsfeld wird offenbar erpresst. Unbekannte drohen, die Computer der Stadtverwaltung zu verschlüsseln. Um das IT-Netz und die Daten nicht zu gefährden, hat die Stadt sich selbst offline gestellt. Es ist der nächste in einer Reihe von Cyber-Angriffen auf hessische Einrichtungen.

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hessenschau vom 02.01.2020
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Bei der Stadtverwaltung ist am Donnerstag ein anonymes Schreiben eingegangen. Darin wird die Stadt aufgefordert, den Absender über eine E-Mail-Adresse zu kontaktieren, um zu erfahren, wie viel Geld - offenbar in Bitcoins - an die Erpresser zu zahlen sei. Ansonsten würden die Computer der Stadt verschlüsselt. Die Polizei bestätigte einen entsprechenden Bericht der Oberhessischen Zeitung.

Um die Computer und Daten nicht zu gefährden, hat die Stadt alle Server vorerst abgeschaltet. Deshalb ist die Stadtverwaltung momentan nicht per E-Mail zu erreichen. Das Drohschreiben sei beim Hochfahren auf den Rechnern der Verwaltung erschienen, sagte Bürgermeister Stephan Paule (CDU) dem hr. Daraufhin habe man sofort die Polizei eingeschaltet.

Bis geklärt ist, ob und wie weit die IT-Systeme angegriffen wurden und welche Daten möglicherweise betroffen sind, bleiben die Server nach Angaben der Stadt außer Betrieb. Wie lange das dauert, sei bislang noch nicht klar. Die Homepage der Stadt ist allerdings weiter erreichbar. Die Ermittlungen wurden am Nachmittag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt übergeben, dort sitzt die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT).

Reihe von Cyber-Attacken in Hessen

Zuletzt waren mehrere öffentliche Einrichtungen in Hessen lahmgelegt worden. So mussten kurz vor Weihnachten die Städte Bad Homburg und Frankfurt ihre IT-Systeme nach Cyber-Attacken zwischenzeitlich vom Netz nehmen.

Auch auf die Uni Gießen war ein Hacker-Angriff verübt worden. In der Folge musste die Hochschule eine Ersatz-Homepage einrichten und die Server aus Sicherheitsgründen herunterfahren. Der Universitäts-Präsident erklärte, dass es noch Monate dauern könnte, bis alles wieder normal läuft.

Sendung: hr-iNFO, 2.1.2020, 15.00 Uhr