Einsatzkräfte am Leichen-Fundort im Frankfurter Niddapark

Hat der Frankfurter Gastronom Jan M. seine Geschäftspartnerin ermordet oder nicht? Die Verteidigung fordert Freispruch, die Anklage will eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil soll am Montag verkündet werden.

Im Mordprozess um den Frankfurter Gastronom Jan M., der seine Geschäftspartnerin erstochen haben soll, hat die Verteidigung am Mittwoch Freispruch gefordert. Das Opfer Irina A. und der Angeklagte standen im Mittelpunkt eines Falschaussage-Skandals um vermeintliche sexuelle Übergriffe von Migranten an Silvester 2016.

M.s Anwalt sagte vor dem Landgericht Frankfurt, sein Mandant habe seine Geschäftspartnerin nicht - wie angeklagt - im Mai 2018 erstochen und die Leiche dann auf einer Wiese im Frankfurter Niddapark liegen gelassen.

"Herr M. verband mit ihr eine besondere Freundschaft. Er machte sich große Sorgen um sie", sagte der Verteidiger. Deshalb habe er sich nachts auf die Suche nach der Frau gemacht, als sie von einer Verabredung mit einem Unbekannten in dem Park nicht zurückgekommen sei. Auf der Grünfläche habe er schließlich die Leiche gefunden.

Urteil wird am Montag verkündet

Der angeklagte 52 Jahre alte Geschäftsmann sagte erneut, er habe mit dem Tod der Frau nichts zu tun. Nach gut einem halben Jahr Verhandlungsdauer will die Schwurgerichtskammer am Montag (10 Uhr) das Urteil verkünden.

Prozessauftakt gegen Szenegastronom Jan M.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten bereits in ihren Schlussvorträgen in der vergangenen Woche in dem Angeklagten den Mörder gesehen und eine lebenslange Haftstrafe beantragt. Daneben plädierten die Anklagevertreterinnen auch auf die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, die eine Haftentlassung von Mordverurteilten nach bereits 15 Jahren ausschließt.

Sendung: hr-iNFO, 11.03.2020, 17.00 Uhr