Ein sechs Monate altes Kalb ist frühmorgens in Tann in der Rhön in einem Swimmingpool entdeckt worden. Viel länger hätte es sich nicht mehr über Wasser halten können.

Das Kalb im Pool

Um sechs Uhr in der Früh schlug eine Hausbesitzerin am Samstag im Tanner Ortsteil Schlitzenhausen (Fulda) bei Polizei und Feuerwehr Alarm: In ihrem Schwimmbecken im Garten kämpfte ein Kalb mit letzter Kraft um sein Leben. Das Becken war so tief, dass das Tier darin nicht stehen konnte.

Dass es sich schon länger in dieser Notsituation befand, sahen die Einsatzkräfte sofort. "Es war schon völlig erschöpft, als wir eintrafen", berichtete Stadtbrandinspektor Thomas Jörges. Rasch pumpten die Feuerwehrleute Wasser ab.

Bei einem Wasserstand von noch etwa einem Meter stiegen dann vier Männer mit stabilen Gurten ins Becken, um sie dem Kalb um den Bauch zu legen. Damit zogen sie das auf 300 Kilo Gewicht geschätzte Objekt ihrer Rettung mit reiner Muskelkraft aus dem Wasser heraus.

Mit zwei anderen abgehauen

Erschöpft, verstört und verkühlt sei das Tier zwar gewesen. Aber bleibende Schäden sind offenbar nicht zu befürchten. Die Polizei stellte ihr das Zuegnus aus, sich "geschickt über einen längeren Zeitraum über Wasser" gehalten zu haben.

Die Feuerwehr vermutet, dass das Kalb nachts von einer nahegelegenen Weide ausgebüxt war - zusammen mit zwei anderen jungen Rindern, die auf der Straße eingefangen wurden. Im Garten angelangt, hielt sie die Abdeckung des Beckens offenbar für festen Untergrund.