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Audioseite "BepiColombo" fliegt am Merkur vorbei

Der Planet Merkur in weiß vor schwarzem Hintergrund, im Vordergrund ist ein Teil einer Raumsonde sichtbar.

Großer Erfolg für die Raumfahrtagentur Esa: Die Sonde "BepiColombo" hat ihren ersten Vorbeiflug am Planeten Merkur gemeistert. Gesteuert wird sie aus Darmstadt.

Sie gilt international als "eine der schwierigsten und aufwendigsten Missionen in der Erforschung des Planetensystems" - so beschreibt die Europäische Raumfahrtagentur Esa den Flug der Sonde "BepiColombo" zum Planeten Merkur.

Am frühen Samstagmorgen hat "BepiColombo" seinen ersten Flug um den Merkur gemeistert. "Das ist ein großer Erfolg für uns, weil es das erste Treffen mit dem Zielplaneten Merkur war", sagte die Leiterin der Mission im Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt, Elsa Montagnon.

Insgesamt sechs Vorbeiflüge geplant

Um 1.34 Uhr und 42 Sekunden (MESZ) sei die Sonde dem innersten Planeten des Sonnensystems im Abstand von rund 199 Kilometern am nächsten gewesen.

Dabei habe sie zugleich eine Entfernung von rund 56 Millionen Kilometern zur Sonne gehabt - was nur rund 40 Prozent der Entfernung zwischen Erde und Sonne entspreche, sagte Montagnon. Nach Angaben der Esa ist es der erste von insgesamt sechs Vorbeiflügen der Sonde am Merkur.

BepiColombo

Auf Twitter meldete sich "BepiColombo" sogar selbst zu Wort: "Hallo, Merkur!" grüßte die Raumsonde und schickte ein erstes Bild vom Vorbeiflug mit.

Hello, Mercury! This splendid view of part of Mercury's northern hemisphere was captured by @ESA_MTM about 10 mins after #MercuryFlyby close approach, from a distance of 2420km. https://t.co/jjGKrsQXDH #ExploreFarther

[zum Tweet mit Bild]

Siebenjährige Mission

Die Ariane 5-Rakete mit BepiColombo an Bord hebt von ihrer Startrampe in Kourou in Französisch-Guayana ab.

"BepiColombo" ist nach dem Mathematiker und Ingenieur Giuseppe "Bepi" Colombo benannt. Die Sonde muss auf ihrer hunderte Millionen Kilometer und sieben Jahre dauernden Reise mehrfach an Planeten vorbeifliegen, um abgebremst zu werden, um so schließlich die endgültige Umlaufbahn um den Merkur zu erreichen.

Im Oktober 2018 war eine Rakete mit "BepiColombo" an Bord vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guayana gestartet. Ab 2025 soll die Sonde mit zwei Satelliten die Oberfläche und das Magnetfeld des Merkur untersuchen.

Das europäisch-japanische Gemeinschaftsprojekt mit Gesamtkosten von rund zwei Milliarden Euro soll dazu beitragen, die Ursprünge des Sonnensystems zu verstehen. Die Esa steuert nach eigenen Angaben derzeit 25 Satelliten, 22 davon vom Kontrollzentrum in Darmstadt aus.

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