Grafik eines technischen Gefährts in einer kargen Sandlandschaft.

Die Raumfahrtagentur ESA setzt wegen des Angriffs auf die Ukraine das europäisch-russische Mars-Projekt "Exomars" aus. Das Projekt sollte aus dem ESOC-Kontrollzentrum in Darmstadt gesteuert werden.

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ESA stoppt Exomars-Mission mit Russland

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Wegen des Ukraine-Kriegs hat die Europäische Weltraumorganisation ESA ihre gemeinsame Mars-Mission mit Russland gestoppt. Der ESA-Rat sei einstimmig zu dem Schluss gekommen, dass es derzeit unmöglich sei, das Projekt gemeinsam mit Russland durchzuführen, teilte die ESA am Donnerstag in Paris mit. Entsprechend sei der ESA-Generaldirektor beauftragt worden, die Kooperationsaktivitäten auszusetzen.

"Wir bedauern die Opfer und die tragischen Folgen des Angriffs auf die Ukraine zutiefst", erklärte die ESA. Sie stehe zudem "voll und ganz" hinter den Sanktionen, die ihre Mitgliedstaaten gegen Russland verhängt haben.

Lange Vorbereitungen im ESOC in Darmstadt

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Nächstes Exomars-Startfenster in zwei Jahren

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Bei der Mission sollten eine russische Landeplattform und der europäische Rover "Rosalind Franklin" auf dem Roten Planeten landen. Der Rover sollte dann über die Marsoberfläche fahren, um nach Spuren von Leben zu suchen. Im Darmstädter Kontrollzentrum ESOC laufen seit Jahren Vorbereitungen für den Flug der Exomars-Mission.

Ursprünglich war die Mission schon für 2020 geplant. Wegen technischer Probleme und der Corona-Pandemie wurde der Start aber auf September 2022 verschoben. Schon vor gut zwei Wochen hatte die ESA mitgeteilt, dass auch dieser Termin wohl nicht mehr zu halten sei. "Die Sanktionen und der größere Kontext machen einen Start im Jahr 2022 sehr unwahrscheinlich." Nun wurde das Projekt ganz gestoppt.

Kritik aus Russland

Russlands Raumfahrtbehörde Roskomos kritisierte die Entscheidung. Ein Sprecher sagte der Agentur Interfax zufolge: "Es ist sehr bedauerlich, dass die Kollegen von der ESA ihre antirussische Haltung über die allgemeinmenschlichen Ziele der Erforschung des Universums stellen."

Als Reaktion auf EU-Sanktionen hatte die russische Raumfahrtbehörde bereits die Zusammenarbeit bei Weltraumstarts in Kourou in Französisch-Guayana ausgesetzt. Alle für Sojus-Starts vorgesehenen Missionen wurden deshalb auf Eis gelegt. Nach alternativen Startmöglichkeiten für diese Missionen werde nun gesucht, teilte die ESA am Donnerstag mit.

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