Der Pyro-Jubel von drei Eintracht-Spielern bei der Europapokal-Feier im Rathaus bleibt ohne Folgen. Die Stadt Frankfurt sieht keinen Grund für ein Bußgeld.

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Keine Strafe für Eintracht-Profis nach Bengalo-Einsatz

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Videos der rauschenden Party zeigen es: Drei Spieler der Eintracht haben bei der Europapokal-Feier am 19. Mai brennende Bengalos geschwenkt. Und das auf dem Balkon von Frankfurts historischem Römer-Rathaus, direkt vor dem holzvertäfelten Kaisersaal. Dennoch bleiben sie straffrei, wie das Frankfurter Ordnungsamt entschieden und am Freitag mitgeteilt hat.

Timothy Chandler, Aymen Barkok (inzwischen bei Mainz 05) und Goncalo Paciencia (inzwischen bei Celta Vigo) taten es den Fans auf dem Römerberg gleich, die dort Dutzende Bengalos abbrannten. Es zog so viel Rauch ins Rathaus, dass dort die Brandmeldeanlage ansprang, und zwar "zeitgleich mit dem Auftritt der Mannschaft auf dem Balkon des Römers", wie es die Frankfurter Feuerwehr auf hr-Anfrage darstellt.

Bengalos sind ganzjährig gestattet ...

Die Frankfurter Polizei leitete deswegen noch im Mai Ermittlungen gegen die drei Spieler ein, außerdem gegen einen Fan, der in der Innenstadt ein Bengalo entzündet hatte. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft erkannte darin aber keine Straftaten und übergab die vier Verfahren ans Frankfurter Ordnungsamt. Das sollte prüfen, ob ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit in Frage komme.

Nun ist klar: Auch das Ordnungsamt wird die Bengalo-Aktionen nicht ahnden. Es gebe dafür "keine durchsetzbare rechtliche Argumentation". Aus zwei Gründen: Es habe sich um Bengalische Fackeln gehandelt, und der Umgang damit sei Personen über 18 Jahren ganzjährig gestattet. Nur in der Nähe besonders empfindlicher Gebäude und Anlagen könne das Abbrennen verboten werden.

... zumindest außerhalb des Stadions

Der Römer ist demnach nicht als empfindlich einzustufen. "Auf dem Römer-Balkon gibt es nur Glas und Stein", erklärte ein Sprecher des Ordnungsamts auf hr-Nachfrage. Auch bei der Feier des DFB-Pokalsiegs 2018 hatten zwei Eintracht-Spieler Bengalos auf dem Römerbalkon entzündet. Auch damals wurde ermittelt. Von einer Strafe ist nichts bekannt geworden.

Anders liegt der Fall offenbar, wenn Bengalische Feuer innerhalb des Stadions abgebrannt werden. Erst kürzlich hat das DFB-Sportgericht eine Geldstrafe von 25.000 Euro gegen Nationalstürmer Niclas Füllkrug (Werder Bremen) und zwei weitere Spieler verhängt. Sie hatten Werders Aufstieg in die erste Liga mit einer Pyro-Einlage im Stadion bejubelt.

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