Die Zahl der Weißstörche in Hessen erreicht in diesem Jahr historische Höhen. Experten rechnen mit so vielen Vögeln wie zuletzt vor 200 Jahren. Auf der Suche nach Brutplätzen lauern aber auch Gefahren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessen wird zu einem Land der Störche

Ein Storch versorgt bei Biebesheim (Groß-Gerau) seinen Drillings-Nachwuchs.
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Hessen mausert sich zu einem Land der Störche: Die Zahl der Brutpaare ist in dieser Saison Naturschützern zufolge weiter gestiegen - auf mindestens 800. Im Vorjahr waren es etwa 750, wie Bernd Petri, Vogelkundler und stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, berichtet: "Es gibt mittlerweile so viele Weißstorchpaare in Hessen, dass nicht jedes Nest entdeckt wird."

Der Experte schätzt, dass es im Sommer rund 4.000 Störche - erwachsene Vögel sowie Jungtiere - in Hessen geben könnte. Das wären dann so viele wie in den vergangenen 200 Jahren nicht mehr in der Region.

Hotspot in Südhessen

Die Zugvögel sind besonders häufig in der Wetterau anzutreffen, in den Kinzigauen, im Rhein-Main-Gebiet und vor allem in Südhessen. Der Kreis Groß-Gerau gehöre zu den "Top-Storchenregionen", sagt Petri. Das dortige Schutzgebiet sei eines der storchenreichsten in Europa.

Die Tiere brauchen längst nicht mehr überall künstliche Nistmasten für ihre Gelege. "Störche sind selbstständig", erläutert Petri. So nisten die Vögel auch auf Bäumen. Deswegen sei es wichtig, dass etwa alte Pappeln und Weiden möglichst stehen bleiben. Problematisch ist dem Experten zufolge, dass sich Störche mittlerweile auch auf Strommasten zum Brüten niederlassen. In solchen Fällen müssten die - leeren - Nester entfernt werden.

Naturschutz und Klimawandel als Grundlage

Die gute Entwicklung bei den Tieren führt der Ornithologe auf Naturschutzmaßnahmen zurück, auf Klimaveränderungen und darauf, dass die Vögel reichlich Futter finden können. Als Allesfresser werden sie demnach beispielsweise auch auf Deponien fündig. Zur Hauptnahrung der Weißstörche gehören aber Würmer, Mäuse oder Insekten.

Sendung: hr-iNFO, 24.05.2020, 13.00 Uhr