Tatort in Bornheim

Mit 33 Messerstichen hatte ein Mann seine Ex-Freundin vor einem Supermarkt im Frankfurter Stadtteil Bornheim getötet. Jetzt ist der 44-Jährige zu langer Haft verurteilt worden.

Nach einer tödlichen Messerattacke auf seine Ex-Freundin vor einem Frankfurter Supermarkt ist ein Mann zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Es sei ein "erschütterndes Geschehen" gewesen, das sich im Oktober vergangenen Jahres vor dem Markt im Stadtteil Bornheim ereignet habe, hieß es am Montag in der Urteilsbegründung am Landgericht Frankfurt.

Der 44 Jahre alte Angeklagte und das 24 Jahre alte Opfer hatten kurz vor dem Angriff gemeinsam das Tatwerkzeug in dem Supermarkt gekauft - die Frau bezahlte es mit ihrem Geld. Vor zahlreichen Zeugen wurde sie schließlich mit 33 Messerstichen getötet.

Angeklagte hatte wohl keine Mordabsicht

Trotz der "Arg- und Wehrlosigkeit" des Opfers ging das Gericht nicht von Mord aus. Der über die vorangegangene Trennung enttäuschte Mann habe die Arglosigkeit der Frau nicht konkret ausgenutzt, sei ihr nicht aufgelauert, habe sie nicht aus einem Hinterhalt angegriffen. Die Tat sei aber auch keine Affekttat gewesen, sagte der Vorsitzende Richter.

Strafverschärfend wertete das Gericht den Umstand, dass der Angeklagte schon in der Vergangenheit immer wieder gewalttätig gegen Menschen aus seinem direkten Umfeld geworden sei. Die eigene Mutter habe er mit einer Schusswaffe verletzt.

Angeklagte hatte sich nach der Tat selbst verletzt

Eine eingeschränkte Schuldfähigkeit aufgrund seines Drogenkonsums sah das Gericht nicht. Der bei ihm nach der Festnahme am Tatabend festgestellte Rauschgiftkonsum sei nach der Gewalttat erfolgt. "Sie haben eine junge, lebenslustige Frau getötet", sagte der Richter.

Die Frau habe sich nach der verkündeten Trennung selbst in große Gefahr begeben, indem sie mit dem ihr als gewaltbereit bekannten Angeklagten gemeinsam das Messer gekauft habe. Der Angeklagte hatte vor Gericht erklärt, er habe sich damit selbst umbringen wollen. Nach der Tat hatte er sich die Pulsadern aufgeschnitten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: hr-iNFO, 21.12.2020, 18.00 Uhr