Aus Rache für die Trennung soll ein 30-Jähriger in Waldeck seine Ex-Freundin und ihre beiden Kinder durch ein Feuer fast getötet haben. Zu Prozessbeginn schwieg der Angeklagte. Ihm wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen.

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Der Angeklagte soll in einer Nacht im Mai 2018 dafür gesorgt haben, dass das Haus seiner Ex-Freundin in einem Ortsteil von Waldeck in Flammen aufging. Seit diesem Montag steht der 30-Jährige deshalb vor dem Landgericht Kassel.

Die junge Mutter hatte das Feuer durch einen Zufall bemerkt und sich mit ihren beiden Töchtern im Alter von drei und vier Jahren ins Freie gerettet. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte.

Das Motiv der Tat soll Rache gewesen sein. Die Frau hatte die Beziehung zu dem Mann abgebrochen. Vor Gericht berichtete die 28-Jährige von Psychoterror, der der Tat vorausgegangen sein soll. Demnach hatten sich die junge Mutter und der 30-Jährige in sozialen Netzwerken kennengelernt. Er hielt sich mit kleineren Jobs über Wasser oder war arbeitslos.

"Irgendwann ist er ganz durchgedreht"

Der Mann wohnte zeitweise im Haus der Frau. Er habe "auf meine Kosten schön leben wollen", sagte sie. Nach dem Ende der Beziehung habe sie ihn vor die Tür gesetzt. "Irgendwann ist er ganz durchgedreht." Laut der Mutter folgten Nachrichten über Internet und Handy, Drohungen gegen die Familie, einmal sei der Angeklagte bei ihr eingebrochen.

In jener Nacht Anfang Mai 2018 soll der Mann dann laut Anklage in die Scheune des Hauses eingebrochen sein und das Feuer gelegt haben. Der Staatsanwalt erklärte, dem Mann sei klar gewesen, dass der Brand auf andere Gebäudeteile übergreifen werde: "Den Tod der drei Bewohner nahm er billigend in Kauf." Doch die Frau konnte nicht schlafen und hörte das Knistern der Flammen.

60 Feuerwehrleute waren im Einsatz, aber konnten nicht verhindern, dass das Haus komplett abbrannte. Der Schaden beträgt laut Nebenklage knapp 700.000 Euro, zuvor war von 150.000 Euro die Rede gewesen. In dem Prozess wegen versuchten Mordes, vorsätzlicher Brandstiftung und Sachbeschädigung soll es frühestens im Mai ein Urteil geben.