Polizeihubschrauber im Einsatz

Ein aus der JVA Frankfurt-Preungesheim entflohener Häftling ist immer noch nicht gefasst. Der Mann hatte einen fünf Meter hohen Stacheldraht-Zaun überwunden. Eine Suche bei Hofheim im Taunus blieb erfolglos.

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hs
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Ein am Donnerstag aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Frankfurt-Preungesheim ausgebrochener Häftling ist nach wie vor flüchtig. Die Polizei hatte den Mann am Freitag in Hofheim (Main-Taunus) gesucht, die Suche aber erfolglos abgebrochen.

"Wir haben gesucht, aber nichts gefunden", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen am Samstag. Weitere Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mannes gebe es zur Zeit nicht.

Zeugen hatten den Flüchtigen angeblich an einem Feld im Stadtteil Marxheim beobachtet. Daraufhin suchte die Polizei dort mit einem Großaufgebot, bei dem auch ein Hubschrauber im Einsatz war.

Meterhohen Zaun überwunden

Der Sprecher des Justizministeriums, René Brosius, hatte dem hr gesagt, der Mann habe einen 5,50 Meter hohen Zaun in der JVA überwunden, der oben zudem mit zwei Rollen Natodraht gesichert war. Der Häftling habe einen Hofgang zur Flucht nutzen können.

#Hubschrauber über #Frankfurt !? Ein aus der JVA #Preungesheim entwichener Häftling ist der Grund dafür. ➡ Aktuell bitte keine Anhalter mitnehmen Personenbeschreibung: männlich, kräftige Statur, rotes Hemd, graue Hose & blutende Wunde am Kopf. Ihr habt ihn gesehen? ➡📞110

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Wie genau das passieren konnte, soll nun mit Befragungen der Justizvollzugsbeamten geklärt werden. Der Hofgang werde durch Beamte gesichert, sagte Brosius.

Bei Flucht am Kopf verletzt

Der Gefangene sei nicht wegen eines Gewaltdelikts in Haft, sagte der Ministeriumssprecher. Nach Angaben der Polizei soll er eine Strafe wegen Betäubungsmitteldelikten verbüßen. Das Gefängnis habe die geringere Sicherheitsstufe zwei, so Brosius. Eine Öffentlichkeitsfahndung sei in solchen Fällen Standard.

Die Polizei veröffentlichte eine Personenbeschreibung. Demnach ist der Mann 39 Jahre alt, kräftig, mit einem roten Hemd und einer grauen Hose bekleidet und hat eine Kopfwunde, die er sich offenbar beim Überklettern des Zauns zugezogen hat.

SPD im Landtag: Warum konnte Mann flüchten?

Die SPD im Landtag stellte die Frage, wie dem Häftling die Flucht gelingen konnte. "Wie ein solch gravierendes Hindernis bei entsprechender Sicherung des Hofgangs durch Beamte überwunden werden konnte, ohne dass der Häftling zurückgehalten werden konnte, erklärt das Ministerium bisher nicht", sagte der justizvollzugspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Frank Tilo-Becher.

Die SPD frage sich, ob eine unzureichende Personaldecke eine Rolle gespielt habe. Personalmangel habe keine Rolle gespielt, sagte Ministeriumssprecher Brosius.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 02.08.2019, 19.30 Uhr