Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos durchsuchen Teile der Rüsselsheimer Innenstadt nach Hinweisen auf die Schießerei
Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei geht Stunden nach der Schießerei durch Rüsselsheim. Bild © Michael Seeboth (hr)

Nach Schüssen in der Rüsselsheimer Innenstadt bestreitet ein 28-jähriger Tatverdächtiger, geschossen zu haben. Doch die Staatsanwaltschaft geht vom Gegenteil aus.

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Ein nach Schüssen in der Innenstadt von Rüsselsheim festgenommener 28-Jähriger bestreitet die Tat. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Montag mit. Der Mann habe sich einen Anwalt genommen und bislang keine weiteren Angaben gemacht.

Gegen den Verdächtigen war am Sonntag Haftbefehl wegen des Verdachts der versuchten Tötung erlassen worden. "Wir gehen davon aus, dass der 28-Jährige geschossen hat", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Es gebe belastende Zeugenaussagen gegen ihn.

Noch keine Tatwaffe sichergestellt

Die Tatwaffe konnte bislang nicht sichergestellt werden. Zudem sei nach wie vor unklar, aus wie vielen Waffen gefeuert worden sei, so die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft. Dazu sollen nun die gefundene Projektile kriminaltechnisch untersucht werden.

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Polizisten durchsuchen Teile der Rüsselsheimer Innenstadt nach Hinweisen auf die Schießerei

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Festgenommener bestreitet Schüsse in Rüsselsheim

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Die Hintergründe für die Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern zweier Großfamilien sind noch unklar. "Wir müssen schauen, was der Auslöser war", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es werde zunächst weitere Vernehmungen geben.

14 vorläufige Festnahmen

Am frühen Samstagmorgen waren in der Innenstadt mehrere Schüsse gefallen. Ein 33 Jahre alter Mann wurde durch einen Streifschuss verletzt. Zwei Autos und ein Fenster wurden getroffen.

Am Sonntag erging gegen einen 28-Jährigen Haftbefehl wegen versuchter Tötung. Der Tatverdächtige gehört laut Polizei einer Großfamilie an, die mit Mitgliedern einer anderen Familie in Streit geraten war. Insgesamt wurden 14 Personen im Alter zwischen 13 und 53 Jahren vorläufig festgenommen. Bei 13 der Personen gab es aber keinen ausreichenden Tatverdacht.

Mehr Kontrollen und Videokameras

Die Polizei will ihre Präsenz in der Kommune erhöhen und verstärkte Kontrollen durchführen. Man stehe im engen Austausch mit der Stadt, hieß es. Dabei werde auch die Frage der Videoüberwachung erörtert.

Im Jahre 2008 starben bei einer Schießerei vor einer Rüsselsheimer Eisdiele zwei Angehörige zweier verfeindeter Familien sowie eine unbeteiligte Frau. Einen Zusammenhang mit dem aktuellen Fall schließt die Polizei aus.