In Frankfurt ist ein 52-Jähriger wegen des Verdachts des Missbrauchs von Kindern festgenommen worden. Der 52-Jährige soll es auf Minderjährige auf den Philippinen abgesehen haben. Den entscheidenden Tipp lieferte das FBI.

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Die Ermittler nannten den Fall "beispielhaft für die zunehmende Nutzung des Internets zur Anbahnung sexuellen Kindesmissbrauchs": Ein 52 Jahre alter Frankfurter soll sich über einen Messenger-Dienst gegen Bezahlung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern auf den Philippinen verabredet haben.

Der Kontakt sei mit drei bisher unbekannten philippinischen Staatsangehörigen gelaufen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Am Dienstag konnte der Verdächtige in Frankfurt festgenommen werden.

Eine Haftrichterin am zuständigen Amtsgericht in Gießen erließ am Mittwoch Haftbefehl. In Gießen hat auch die ermittelnde Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität als Außenstelle der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ihren Sitz.

Opfer neun bis zwölf Jahre alt

"Das Internet hat diesen Bereich völlig durchdrungen", sagte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk zu hessenschau.de. Die Anbahnung sexuellen Missbrauchs finde mittlerweile aus dem heimischen Wohnzimmer statt. "Man muss nicht mehr in eine schummrige Kneipe nach Manila", erklärte Ungefuk.

Auch der sogenannte virtuelle Missbrauch, also die "Bestellung" der sexuellen Handlungen an Kindern unter Verwendung von Streaming-Diensten, habe im Internet Hochkonjunktur.

Im konkreten Fall hatte es der Festgenommene, der in der Vergangenheit bereits mehrere Jahre auf den Philippinen gelebt hatte, auf neun bis zwölf Jahre alte Kinder abgesehen und eine Reise im Februar auf den Inselstaat geplant. "Bei ihm handelt es sich um einen Einzeltäter", sagte Ungefuk.

Bild- und Videodateien entdeckt

Den entscheidenden Hinweis auf den Mann lieferte das FBI. Die US-Sicherheitsbehörde war bei Ermittlungen auf den Deutschen gestoßen und hatte die Information an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden weitergegeben. Danach kümmerte sich die bundesweit federführende Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität um den Fall.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen am Dienstag wurden zahlreiche Computer und Datenträger sichergestellt. Er soll sich über E-Mail-Dienste mehr als 1.900 kinderpornografische Bild- und Videodateien verschafft haben, auf denen "schwerste Formen des sexuellen Missbrauchs von Kindern" zu sehen seien.

Sendung: hr-iNFO, 17.01.2018, 16.00 Uhr