Sujet Handschellen
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Es klingt wie im Krimi: In Rüdesheim ist eine Familie über Monate hinweg attackiert worden. Erst gab es Schäden am Haus und an den Autos, dann wurden die Hunde vergiftet. Der mutmaßliche Täter hatte aber wohl auch das Ehepaar und dessen Sohn im Visier.

In Rüdesheim (Rheingau-Taunus) soll ein Mann versucht haben, ein Ehepaar und dessen Sohn zu vergiften. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde der 48-Jährige schon Anfang vergangener Woche in Rüdesheim festgenommen - wegen versuchten Mordes. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Giftige Substanz im Essen

Dem Mann wird demnach vorgeworfen, im Februar Lebensmittel der Familie mit einer gefährlichen Substanz versetzt zu haben, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Um welches Mittel es sich genau handelt, werde derzeit noch überprüft, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Wiesbaden mit.

Die dreiköpfige Familie blieb demnach unverletzt. Bei zwei Hunden seien allerdings Vergiftungssymptome aufgetreten, nachdem sie von den betroffenen Lebensmitteln gefressen hatten. Laut Staatsanwaltschaft wurden die Hunde von einem Tierarzt behandelt und überlebten.

Mutmaßlicher Täter war Bekannter der Familie

Der mutmaßliche Täter soll Zugang zum Haus der Familie gehabt haben. Sie waren Bekannte, eine Verwandtschaft besteht aber nicht, so die Ermittler. Zum möglichen Motiv sagten sie nichts.

In den Monaten davor soll es schon andere Attacken gegen die Familie gegeben haben. Seit November wurden die Autos und das Haus der Betroffenen beschädigt. Auch dafür soll der Verdächtige verantwortlich sein.

Schon wegen versuchten Mordes in Haft

Laut Staatsanwaltschaft wurde der Mann im Jahr 2001 wegen versuchten Mordes zu über 13 Jahren Haft verurteilt. Damals hatte er in Vöhringen im Landkreis Neu-Ulm (Bayern) den Eltern seiner Ex-Freundin Arsen ins Essen gemischt.

Zu den neuen Vorwürfen äußerte sich der 48-Jährige bisher nicht. Ermittler durchsuchten seine Wohnung und stellten mögliche Beweise sicher.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version hieß es, dass der 48-Jährige die Giftattacke auf die Eltern seiner Ex-Freundin im Landkreis Memmingen (Baden-Württemberg) verübt hatte. Die Ortsangabe haben wir inzwischen korrigiert. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: hr-iNFO, 17.04.2019, 12.00 Uhr