Polizeieinsatz in Dietzenbach

Ende Mai sollen rund 50 Männer absichtlich Brände in Dietzenbach gelegt haben, um Polizisten in den Hinterhalt zu locken. Nun wurden sieben Verdächtige festgenommen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Festnahmen nach Angriffen auf Einsatzkräfte Dietzenbach

Spessartviertel Dietzenbach
Ende des Audiobeitrags

Im Zusammenhang mit den Angriffen auf Polizisten in Dietzenbach (Offenbach) Ende Mai sind am Mittwoch bei einem Großeinsatz der Polizei sieben Verdächtige festgenommen worden. Mehr als 100 Beamte sollen nach Angaben der Polizei am frühen Morgen "umfangreiche Durchsuchungen" im Spessartviertel durchgeführt haben, wo es Ende Mai zu den Ausschreitungen gekommen war.

Die gemeinsame Aktion von Staatsanwaltschaft Darmstadt und der Kriminalpolizei richtete sich gegen acht Beschuldigte im Alter von 14 bis 29 Jahren, die alle ihren Wohnsitz in Dietzenbach haben sollen. Einer der Beschuldigten ist noch auf freiem Fuß. Weitere Details zu den anhaltenden Ermittlungen könnten derzeit nicht bekannt gegeben werden, hieß es seitens der Behörden.

Polizei in den Hinterhalt gelockt

In der Nacht auf den 29. Mai hatten rund 50 Männer im Spessartviertel Mülltonnen und einen Bagger in Brand gesetzt - mutmaßlich, um Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in einen Hinterhalt zu locken. Bei ihrem Eintreffen wurden vor allem Polizisten mit Stein- und Flaschenwürfen attackiert.

Zwar wurden während der Auseinandersetzung keine Polizisten verletzt, jedoch kam es zu teils erheblichen Sachschäden an Einsatzfahrzeugen. Die Ermittler richteten einen Online-Hinweis-Server ein und baten die Bevölkerung um Hinweise auf die Täter. Hessens Innenminister Beuth (CDU) hatte die Angriffe seinerzeit scharf verurteilt und Haftstrafen für die Täter gefordert.

Das Spessartviertel - früher unter dem Namen Starkenburgring bekannt - gilt bereits seit Jahrzehnten als sozialer Brennpunkt. Die Stadt reagierte mit Sanierungs- und Integrationsprojekten, dennoch kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. 2005 stand das Viertel über Wochen in den Schlagzeilen, weil wiederholt Autos angezündet und die Einsatzkräfte anschließend mit Steinen beworfen wurden.

Sendung: hr-iNFO, 09.09.2020, 14.00 Uhr