Mehrere Frauen stoßen mit ihren Sektgläsern an.

Während es an Weihnachten Lockerungen für private Treffen gab, gelten an Silvester im Pandemie-Jahr strenge Regelungen. Unsere Übersicht zeigt, was in welchem Kreis erlaubt ist.

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hessenschau vom 31.12.2020
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Mit wie vielen Menschen darf ich feiern?

An Silvester gelten die allgemeinen Kontaktbeschränkungen. Das bedeutet, es dürfen sich maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Feiern und Versammlungen in der Öffentlichkeit sind nicht erlaubt.

Ob die Personenzahl in Privatwohnungen eingehalten wird, werden die Behörden an Silvester allerdings ebenso wenig kontrollieren wie an Weihnachten. Das Sozialministerium rät aber, auch an Silvester Vorsicht walten zu lassen und die Personengrenze nicht auszuschöpfen.

Darf ich Böller und Raketen kaufen?

Zwar haben Aldi und Lidl in ihren Prospekten vor den Feiertagen mit Böllern und Raketen geworben. Doch der Verkauf von Feuerwerk und Pyrotechnik ist in diesem Jahr bundesweit untersagt. Verboten ist genau genommen die Abgabe von Feuerwerk unabhängig vom Bestelldatum oder Vertriebsweg. Auch, wer bereits vor Monaten Pyrotechnik im Internet bestellt hat, darf die Lieferung in diesem Jahr also nicht mehr erhalten. Himmelslaternen sind seit 2009 verboten.

Das Regierungspräsidium Gießen kündigte Kontrollen an. "Lassen Sie die Finger von illegalen Böllern und verzichten Sie auf Basteleien jeglicher Art", warnte der Präsident des Regierungspräsidiums Christoph Ullrich. "Dass so etwas schlimm ausgehen kann, haben wir gerade erst in Kassel erlebt." Dort hatte ein Mann versucht, selbst Böller herzustellen. Dabei kam es zu einer Explosion, der Mann wurde schwer verletzt.

Wo ist Feuerwerk erlaubt?

Wer noch Feuerwerk aus den Vorjahren im Keller hat, darf dieses trotz des Verkaufsverbots anzünden. Allerdings verbietet die hessische Corona-Verordnung Feuerwerk "an publikumsträchtigen öffentlichen Orten". Auf welche Straßen und Plätze das zutrifft, entscheiden die einzelnen Kreise und Städte.

  • In zahlreichen Kreise gilt in der Silvesternacht ein Feuerwerk-Verbot im gesamten öffentlichen Raum. Darunter sind die Kreise: Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Fulda, Gießen, Groß-Gerau, Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Odenwald, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Wetterau.
  • Auch im Werra-Meißner-Kreis ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum verboten. Und auch für den privaten Raum spricht der Kreis die "dringende Empfehlung" aus, das Böllern zu unterlassen. Nachlesen können Sie die Allgemeinverfügung des Kreises hier.
  • Im Kreis Marburg-Biedenkopf ist Feuerwerk ebenfalls im gesamten öffentlichen Raum verboten. Dazu zählen laut Kreis alle öffentlichen Straßen und Plätze, aber auch private Parkplätze vor Einkaufszentren oder Kirchplätze. 
  • In Marburg gelten dieselben Regeln wie im Kreis, außerdem gibt es seit Jahren ein Feuerwerksverbot in der kompletten Oberstadt inklusive dem Bereich des Schlosses, des Lutherischen Kirchhofs sowie der Fläche vor der Elisabethkirche.
  • Im Kreis Main-Kinzig bezieht sich das Verbot auch auf Privatgrundstücke.
  • Im Kreis Offenbach sollte das Verbot zunächst auch auf Privatgrundstücken gelten, das Verwaltungsgericht Darmstadt bewertete dies allerdings als rechtswidrig. Der Kreis hob das Verbot daraufhin auf, rät wegen der Verletzungsgefahr aber weiterhin davon ab, im eigenen Garten zu böllern. Öffentliche Straßen und Plätze bleiben tabu.
  • Die Stadt Offenbach verbietet Feuerwerk in allen Bereichen, in denen auch die Maskenpflicht gilt: auf Hafenplatz und Hafentreppe, in der Innenstadt, den Einkaufsstraßen in Bieber und Bürgel. Zusätzlich ist Feuerwerk auf dem Goetheplatz, Mathildenplatz, Mainvorgelände, Europaplatz, Ostendplatz, am Reichstag und der Dalles in Bürgel verboten.
  • In Frankfurt gilt das Verbot in Altstadt, Innenstadt und im Bahnhofsviertel sowie in einzelnen Bereichen weiterer Stadtteile. Eine Karte finden Sie hier.
  • Die Stadt Fulda verweist auf die Regelung des Kreises. Demnach ist Feuerwerk ausschließlich auf Privatgrundstücken erlaubt.
  • Der Hochtaunuskreis teilte am Mittwoch mit, dass auf dem an Silvester besonders beliebten Feldbergplateau sowie am Homm-Kreisel in Oberursel keine Raketen und Böller gezündet werden dürfen. Der Kreis appellierte außerdem an die Menschen, Maskenpflicht und Abstandsregeln einzuhalten.
  • Der Lahn-Dill-Kreis hat bereits eine Liste mit öffentlichen Plätzen veröffentlicht, auf denen das Abrennen von Feuerwerk untersagt ist. Auch im Main-Taunus-Kreis herrschen in mehreren Städten und Gemeinden Sperrzonen.
  • Der Rheingau-Taunus-Kreis erlässt kein Feuerwerkverbot. Der Kreis verwies aber darauf, dass auf belebten öffentlichen Plätzen generell kein Feuerwerk abgebrannt werden darf - ebenso wie in engen Gassen, in der Umgebung von Kirchen sowie Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeeinrichtungen.
  • Der Vogelsbergkreis verhängte ebenfalls kein explizites Verbot, verwies jedoch auf die geltende Ausgangssperre, die ein Verlassen der eigenen Wohnung nach 21 Uhr untersagt. Auf Privatgrundstücken herrsche indes keine Einschränkung, erklärte ein Kreissprecher.
  • In Darmstadt gilt Silvester und Neujahr ein striktes Böllerverbot im gesamten Stadtgebiet. "Ein Böllerverbot lediglich auf einzelnen Plätzen könnte dazu führen, dass unvernünftige Menschen in den nicht vom Verbot betroffenen Bereichen dennoch Feuerwerkskörper abbrennen und damit andere gefährden", sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) zur Begründung.
  • In Kassel ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern an bestimmten öffentlichen Orten verboten - zum Beispiel in der Karlsaue, dem Umfeld des Schlosses Orangerie und des Schlosses Wilhelmshöhe sowie des Kasseler Wahrzeichens Herkules. Eine Übersicht gibt es hier.
  • Auch in Wiesbaden darf an publikumsträchtigen öffentlichen Orten kein Feuerwerk abgebrannt werden - dazu gehören das Bowling Green, der Kranzplatz, der Platz der Deutschen Einheit, der Schlossplatz, das Dernsche Gelände, der Kulturpark sowie das Rheinufer in Biebrich und in Mainz-Kastel. Genau nachzulesen sind die Beschränkungen in der Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt.

Vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems empfehlen die Kreise dringend, dieses Mal auch auf das Böllern auf dem eigenen Grundstück zu verzichten.

"Zünden Sie kein Feuerwerk auf Ihrem Balkon oder Ihrem Hof, wenn es im öffentlichen Raum verboten ist", appelliert beispielsweise der Gießener Regierungspräsident Ullrich. "Die Beschäftigten in den Krankenhäusern und der Rettungsdienste, die wegen Corona bereits enorm unter Druck stehen, sowie nicht zuletzt die Feuerwehren werden es Ihnen danken."

Gelten die Ausgangssperren auch an Silvester?

Ja, die Ausgangssperren in den Corona-Hotspots gelten auch an Silvester. Zwischen 21 Uhr am Silvesterabend und 5 Uhr am Neujahrsmorgen dürfen Wohnung oder Haus nur in Ausnahmefällen verlassen werden - etwa um zur Arbeit zu fahren oder wegen eines medizinischen Notfalls.

Ob man sich nach 21 Uhr noch in einer anderen Wohnung aufhalten und etwa bei Freunden übernachten darf, regeln die Kreise unterschiedlich. In Gießen ist das zum Beispiel erlaubt, im Main-Kinzig-Kreis verboten. Auf dem eigenen Grundstück darf man sich natürlich in jedem Fall noch aufhalten.

Derzeit gelten die Ausgangssperren in 14 hessischen Städten und Kreisen:

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Ist Alkohol erlaubt?

Auch an Silvester darf in Hessen in der Öffentlichkeit kein Alkohol getrunken werden. In Wiesbaden dürfen Gaststätten, Hotels, Kioske, Restaurants und Tankstellen ab 19 Uhr am Silvesterabend bis 6 Uhr am Neujahrsmorgen generell keine alkoholischen Getränke verkaufen. Die enthemmende Wirkung von Alkohol trage dazu bei, dass etwa die Abstandsregeln nicht eingehalten würden, hieß es zur Begründung.

Sendung: hessenschau, 31.12.2020, 19.30 Uhr

Hinweis: In einer früheren Version hieß es, auch Wunderkerzen würden unter das Böller-Verkaufsverbot fallen. Das ist nicht korrekt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.