Audio

Audioseite Zwei Fliegerbomben in Petersberg gefunden

Ein Schild warnt vor dem Betreten des Rauschenbergs wegen Blindgängern und  Baumschäden

Bei der Suche nach Kampfmitteln am Petersberger Rauschenberg sind Fliegerbomben entdeckt worden. Die Entschärfung soll am 1. Dezember stattfinden. Dann wird unter anderem ein Abschnitt der A7 gesperrt.

Seit elf Monaten läuft die Suche nach Bomben am Petersberger Rauschenberg (Fulda). Kurz vor Abschluss meldete die Polizei am Dienstag, dass dort "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" gleich zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurden.

Die beiden Bomben seien womöglich mehrere Hundert Kilogramm schwer und verfügten über eine "enorme" Sprengkraft. Noch befänden sie sich tief unter der Erde, am 1. Dezember sollen sie entschärft werden.

1.200 Menschen betroffen

Dazu muss ein Gebiet in einem Umkreis von 750 Metern geräumt werden. Etwa 1.200 Menschen könnten nach Angaben der Polizei betroffen sein. Die Evakuierung soll um 8.30 Uhr beginnen und zehn Stunden dauern.

Eine Karte zeigt den Radius, der evakuiert werden muss.

In dem Gebiet liegt eine Kindertagesstätte, die an dem Tag geschlossen bleibt. Auch die Konrad-Adenauer-Schule, die Rauschenbergschule, die Martin-Luther-Schule und das Kompetenzzentrum für Sprache und Erziehung bleiben an dem Tag zu. Sie liegen zwar nicht innerhalb der Evakuierungszone, seien aber von den zu erwartenden Verkehrsbeeinträchtigungen betroffen, heißt es in der Polizeimitteilung. Die Schülerinnen und Schüler würden digital unterrichtet.

A7 und Bahnstrecke gesperrt

Die Entschärfung hat auch massive Auswirkungen auf den Verkehr. Die A7 muss am 1. Dezember zwischen Fulda-Nord und Fulda-Mitte gesperrt werden. Die Umleitung geht über die B27 und die A66 ab Fulda-Süd. Auch mehrere Land- und Kreisstraßen müssen gesperrt werden. Betroffen ist außerdem die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Göttingen.

Für die Anwohner werde eine Betreuungsstelle im Gemeindezentrum Künzell eingerichtet, teilte die Polizei weiter mit. Sollte die Entschärfung bis zum nächsten Tag dauern, können sie dort auch übernachten. Für Fragen rund um die Evakuierung ist ein Bürgertelefon unter 0661-620645 (Petersberg) oder 0661-1021333 (Fulda) eingerichtet.

Rauschenberg seit vier Jahren gesperrt

In den vergangenen Wochen waren auf dem abgesperrten Gelände am Rauschenberg bereits zahlreiche kleinere Kampfmittel wie Wurfgranaten oder Stabbrandbomben gefunden worden. Die jetzt anstehende Entschärfung sei aber "ungleich gefährlicher", so die Polizei.

Das Naherholungsgebiet, in dem die Bomben gefunden wurden, ist seit 2017 gesperrt. Im Oktober des Jahres wurden bei der Renovierung einer Waldhütte Stabbrandbomben entdeckt. Weil im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Bomben über Petersberg abgeworfen wurden, befürchtete die Gemeinde schon damals, dass dort noch mehr Kampfmittel liegen könnten.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen