Ein Airbus 350-900 der Fluggesellschaft Thai Airways

Am Neujahrstag hat sich ein Flugzeug dem Frankfurter Flughafen gefährlich tief genähert - so berichten es Zeugen. Die Flugunfall-Behörde BFU beschäftigt sich mit dem Fall.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Zwischenfall am Frankfurter Flughafen

Flugzeug im Landeanflug auf den Flughafen Frankfurt
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Der Landeanflug eines Flugzeugs auf den Frankfurter Flughafen am Neujahrstag zieht Untersuchungen nach sich. Die Maschine des Typs Airbus 350 der Fluggesellschaft Thai Airways aus Phuket flog bereits in 13 Kilometern Entfernung tiefer als 250 Meter über dem Boden, wie die Frankfurter Neue Presse am Donnerstag unter Berufung auf den Aviation Herald berichtete.

Landung beim zweiten Versuch

Dem auf Flugverkehrsthemen spezialisierten Portal zufolge brach der Pilot den Anflug schließlich ab, startete durch und landete die Maschine wenig später beim zweiten Versuch. Die FNP zitiert einen Sprecher des Aviation Herald mit der Aussage, die Flughöhe unter 250 Metern an jener Stelle seien weniger als ein Drittel der Höhe, die das Flugzeug dort haben müsste. Er sprach von einem Beinahe-Unfall.

Ein Nutzer, laut Signatur ein Mann aus Bischofsheim (Groß-Gerau), kommentierte den Aviation-Herald-Bericht so: "Es war wirklich beängstigend. Meine Frau und ich dachten, dass das Flugzeug abstürzen wird."

Medizinischer Notfall an Bord

Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung sagte am Donnerstag, der Pilot habe den Lotsen einen medizinischen Notfall gemeldet und sei im Laufe des Anflugs unter der vom Landesystem angegebenen Höhe über Rüsselsheim geflogen. Nähere Angaben machte sie nicht. Sie verwies auf die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU).

Die Behörde sammelt Informationen zu dem Vorfall, wie ein Sprecher auf Nachfrage von hessenschau.de bestätigte. Die BFU behandelt den tiefen Anflug als "schwere Störung". Es müsse zunächst untersucht werden, in welcher Höhe sich das Flugzeug wirklich befunden habe. Dazu gebe es unterschiedliche Angaben.

Datenschreiber und Voicerekorder werden ausgewertet

Die Flugunfall-Behörde wertet Datenschreiber und Voicerekorder aus. Außerdem befragen die Ermittler Pilot und Co-Pilot sowie weitere Zeugen. Ein Zwischenbericht mit Daten und Fakten, aber ohne Ursache und Bewertung, wird voraussichtlich Ende März veröffentlicht, wie der BFU-Sprecher sagte. Ein Abschlussbericht sei nicht vor Ende des Jahres zu erwarten.

Sendung: hr-iNFO, 16.01.2020, 12.00 Uhr