Tausende Passagiere stehen dicht gedrängt in Halle A im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt.
Die Räumung am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens dauerte bis Dienstagnachmittag. Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem falschen Alarm am Frankfurter Flughafen läuft der Betrieb inzwischen wieder fast normal. Verspätungen gibt es nur noch vereinzelt. Tausende Passagiere verbrachten die Nacht im Hotel oder auf Feldbetten.

Nachwehen gebe es noch, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Mittwochmittag, aber nach der Sicherheitspanne vom Vortag laufe der Flugbetrieb inzwischen wieder weitestgehend normal. Es habe keine weiteren Flugausfälle gegeben, die mit dem Ereignis in Verbindung zu bringen sind. Allerdings habe am Morgen ein Gewitter über Frankfurt noch kurzzeitig für Verzögerungen bei der Abfertigung gesorgt.

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Die am Morgen noch bis zu 30 Minuten dauernden Wartezeiten bei Sicherheits- und Grenzkontrollen hätten sich im Laufe des Tages aufgelöst. Allerdings komme es noch zu größeren Schlangen am Check-in und den Umbuchungsschaltern der Lufthansa. Eine Lufthansa-Sprecherin schloss weitere vereinzelte Verspätungen bei Flügen nicht aus. Fluggäste sollten sich frühzeitig bei ihren Airlines über ihre Flüge informieren.

Ein falscher Alarm hatte am Dienstagnachmittag bei einer Passagierkontrolle große Teile von Deutschlands größtem Airport für mehrere Stunden lahm gelegt. Von den anschließenden Sperrungen waren rund 13.000 Passagiere betroffen. Erst am Abend normalisierte sich der Flugverkehr wieder langsam. 16 Maschinen konnten mit einer Ausnahmegenehmigung trotz des Nachtflugverbots noch zwischen 23 Uhr und Mitternacht starten.

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Das Terminal 1 war am Dienstagmittag teilweise geräumt worden. Insgesamt fielen bis zum Abend 99 Flüge aus. Auslöser war, dass eine Mitarbeiterin eine vierköpfige Familie in den Sicherheitsbereich entlassen hatte, obwohl es einen positiven Sprengstofftest gegeben hatte, wie die Bundespolizei berichtete.

Daraufhin stoppte die Polizei das Boarding am Terminal 1 kurz nach 11 Uhr. Der Sicherheits- und Transitbereich auf der Ebene 2 und 3 des Terminals wurde geräumt. Die Bundespolizei konnte die vierköpfige französische Familie schließlich dank Videobildern identifizieren und befragen. Die Familie durfte weiterreisen. Sie treffe keine Schuld, von ihr sei keine Gefahr ausgegangen, hieß es.

"Individuelles Fehlverhalten"

Für die Passagierkontrollen im fraglichen Bereich ist im Auftrag der Bundespolizei der Flughafenbetreiber Fraport und seine Tochtergesellschaft FraSec zuständig. Mit der Luftsicherheitsassistentin, die den Fehler gemacht habe, würden Gespräche geführt, teilte Fraport mit. Es handele sich um ein individuelles Fehlverhalten.

Die Mitarbeiterin hatte nach Polizeiangaben übersehen, dass ein Wischtest einen Anfangsverdacht auf Sprengstoff angezeigt habe. Als der Alarm von einem anderen Mitarbeiter bemerkt wurde, war die Familie schon weg.

Keine Panik, aber Gedränge

Die Bundespolizei hatte nach dem Alarm Absperrbänder aufgezogen und die Fluggäste zurück in den vorderen Bereich der Halle gedrängt. Passagiere wurden von den Gates zurück in die Halle gebracht. Augenzeugen zufolge herrschte keine Panik, aber großes Gedränge in den wetterbedingt heißen Hallen. Passagiere beklagten sich, dass sie sich nicht ausreichend informiert fühlten. Die Abfertigung wurde gegen 14.30 Uhr wieder aufgenommen.

Flughafen Frankfurt
Die Passagiere standen dicht an dicht gedrängt im Terminal 1. Bild © Jay Watts (@gamedayeveryday)

7.000 Lufthansa-Passagiere betroffen

Der vorübergehend gesperrte Teil des Terminals wird vorrangig von der Lufthansa genutzt. Rund 7.000 Lufthansa-Passagiere waren betroffen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin hessenschau.de. Lufthansa hatte zwischenzeitlich die Abfertigung stoppen müssen. In den Bereichen A und Z konnten Passagiere nicht mehr ein- oder aussteigen. Ankommende Flugzeuge mussten auf dem Vorfeld mit den Passagieren an Bord warten. Nach dem Ende der Terminalsperrung wurde wieder mit der Abfertigung begonnen.

Laut Lufthansa übernachteten 4.000 gestrandete Passagiere in nahe gelegenen Hotels. Für Passagiere, die wegen fehlender Visa das Terminal nicht verlassen durften, wurden Feldbetten bereitgestellt. Etwa 160 Menschen nutzten diese, wie Fraport am Mittwoch mitteilte. Die Kosten durch die Sicherheitspanne sind laut Fraport noch nicht abzuschätzen. Man werde nun mit den Polizeibehörden den Vorfall aufarbeiten.