Wartende Passagiere am Donnerstagmorgen in der Abflughalle des Frankfurter Flughafens.
Wartende Passagiere am Donnerstagmorgen in der Abflughalle des Frankfurter Flughafens. Bild © Tobias Weiler/hr

Am Frankfurter Flughafen ging am Donnerstagmorgen zeitweise gar nichts. Grund war eine Drohne, die am Airportgelände gesichtet wurde. Daraufhin wurden mehr als 100 Starts und Landungen abgesagt.

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Wegen der Sichtung einer Drohne ist der Frankfurter Flughafen am Donnerstagmorgen zwischenzeitlich gesperrt worden. Zwischen etwa 7:20 Uhr und 8:18 Uhr hätten weder Starts noch Landungen stattgefunden, sagte eine Sprecherin des Airportbetreibers dem hr.

Laut Deutscher Flugsicherung handelte es sich Zeugen zufolge um ein größeres Gerät mit einem Durchmesser von etwa 1,50 Meter. Es sei von mehreren Piloten im Süden des Geländes gesichtet worden. Möglicherweise handelte es sich um ein professionelles Gerät, für das eine Aufstiegserlaubnis beim Land Hessen hätte eingeholt werden müssen.

Beamte suchten das Gelände unter anderem mit einem Hubschrauber ab. Da aber keine Drohne entdeckt wurde, gab die Bundespolizei in Absprache mit der Flugsicherung den Betrieb wieder frei. Von den geplanten rund 1.500 Starts und Landungen am Donnerstag würden laut Fraport insgesamt 135 anulliert. Fluggäste müssten auch am Vormittag mit längeren Wartezeiten und Ausfällen rechnen. Landes- und Bundespolizei arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung.

Drohnensichtungen häufen sich

In Deutschland sind Drohnenflüge über den Start- und Landebereich an Flughäfen verboten. Ihre Zahl nimmt dennoch stetig zu. So registrierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) im vergangenen Jahr 125 Behinderungen im Großraum von Flughäfen - die meisten Störungen (31) gab es am Flughafen Frankfurt, gefolgt von Berlin-Tegel (17), München (14) und Hamburg (12). 2017 wurden bundesweit 88 Störungen durch Drohnen an Flughäfen gemeldet.

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Drohne nähert sich Flugzeug

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Drohnensichtung: Stillstand am Frankfurter Flughafen

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Bereits Ende März war der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen nach der Sichtung einer Drohne für eine halbe Stunde am Nachmittag eingestellt worden. Das Fluggerät war damals ebenfalls im Süden des Flughafens gesehen worden.

Flughafenverband fordert härteres Vorgehen

Nach dem Vorfall vom Donnerstag verlangte der Branchenverband ADV eine konsequente Verfolgung der Verantwortlichen. Verstöße gegen die Flugverbotszonen müssten mit allem Nachdruck verfolgt werden, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Donnerstag in Berlin. "Flughafenbetreiber sind auf schnelle und effektive Abwehrmaßnahmen durch die Polizeibehörden angewiesen, um Einschränkungen für den Flugbetrieb zu vermeiden."

Tatsächlich verfügen Flughäfen und Behörden nur über wenige Abwehrmöglichkeiten gegen unbemannte Flugobjekte. Militärische Detektions- und Störsysteme, wie sie in Großbritannien zum Einsatz kommen, sind bislang an deutschen Verkehrsflughäfen nicht installiert. Die Drohnenabwehr ist nach Auffassung der Behörden eine Aufgabe der Polizeien von Bund und Ländern.

Sendung: hr-iNFO, 9.5.2019, 8 Uhr