Sitz der GIZ in Eschborn.
Sitz der GIZ in Eschborn. Bild © picture-alliance/dpa

Bei dem Flugzeugabsturz in Äthiopien ist auch eine Entwicklungshilfe-Mitarbeiterin aus Hessen ums Leben gekommen. Die Frau arbeitete für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn.

Die Entwicklungshilfe-Gesellschaft (GIZ) in Eschborn bestätigte am Dienstag, dass eine Mitarbeiterin an Bord der Unglücksmaschine war, die in Äthiopien abstürzte. Das Flugzeug war am Sonntag kurz nach dem Start am Boden zerschellt. An Bord der Ethiopian-Airlines-Maschine waren insgesamt 157 Menschen, unter ihnen fünf Deutsche. Keiner der Insassen überlebte.

In einer Stellungnahme zeigte sich die GIZ tief betroffen. Die Mitarbeiterin sei auf einer Dienstreise gewesen. Aus Rücksicht auf die Angehörigen wolle man aber keine weiteren Angaben zu der betroffenen Mitarbeiterin machen. Damit bleibt auch unklar, ob die Frau auf dem Weg zu einer Umweltkoferenz in Nairobi war. Aus diesem Grund hatten viele Mitarbeiter der Vereinten Nationen das Flugzeug genommen.

Absturzursache noch unklar - immer mehr Sicherheitsbedenken

Wie es zu dem Absturz kam, ist weiter unklar. Allerdings gibt es immer mehr Sicherheitsbedenken bezüglich der Unglücksmaschine, einer Boeing 737 Max 8. Erst im Oktober war eine Maschine desselben Typs in Indonesien verunglückt - mit 189 Todesopfern. Auch dort stürzte das Flugzeug kurz nach dem Start ab.

Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) hat inzwischen entschieden, den deutschen Luftraum für Maschinen dieses Typs ab sofort zu sperren - und zwar solange, "bis alle Zweifel ausgeräumt sind", sagte Scheuer am Dienstagnachmittag dem Sender n-tv. "Sicherheit geht absolut vor."

Vorher hatten schon andere Länder ein Startverbot verhängt - darunter China, Indonesien, Großbritannien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen.

Boeing beharrt auf Sicherheit der Baureihe 737 Max

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat bisher kein Startverbot für die Maschinen ausgesprochen. "Diese Untersuchung hat gerade erst begonnen und uns liegen bislang keine Daten vor, um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Maßnahmen zu ergreifen", teilte die FAA mit.

Der Konzern verteidigt seine neue Baureihe 737 Max. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", hieß es am Dienstag. Gleichzeitig äußerte Boeing Verständnis dafür, dass Aufsichtsbehörden und Airlines "Entscheidungen treffen, die sie am angemessensten für ihre Heimatmärkte halten".

Sendung: hr-iNFO, 12.03.2019, 16 Uhr