Die Feuerwehr eilte mit mehreren Einsatzfahrzeugen zur Absturzstelle.
Die Feuerwehr eilte mit mehreren Einsatzfahrzeugen zur Absturzstelle. Bild © Michael Seeboth (hr)

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs nahe dem Flugplatz Egelsbach sind am Sonntag drei Insassen ums Leben gekommen. Unter den Opfern soll auch eine prominente russische Geschäftsfrau sein. Zwei weitere Menschen starben, als ein Polizeiauto auf der Anfahrt zum Absturzort verunglückte.

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Das Kleinflugzeug stürzte am Sonntag gegen 15.30 Uhr bei Erzhausen (Darmstadt-Dieburg) ab. Neben dem Piloten kamen laut Polizei zwei weitere Insassen ums Leben. Unter ihnen soll die prominente russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa sein - die Miteigentümerin der Fluggesellschaft S7 Airlines. Sie sei im Alter von 55 Jahren bei dem Unglück in Egelsbach gestorben, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur dpa in Moskau mit.

Polizei: Identität muss geklärt werden

Filjowa galt als eine der reichsten Frauen Russlands. Russische Medien berichten, dass auch ihr Vater mit an Bord gewesen sei. Ein Polizeisprecher in Südhessen bestätigte die russischen Angaben zunächst nicht. Die Leichen seien verbrannt. Die Identität müsse geklärt werden, sagte er. 

Bilder vom Unfallort zeigten qualmende Wrackteile auf einem Spargelfeld. Das Flugzeug brannte nach dem Aufprall komplett aus. Das Trümmerfeld umfasste laut Polizei einen Radius von bis zu 20 Metern. Die Absturzstelle liegt in direkter Nähe zum Flugplatz Egelsbach (Offenbach).

Kurz vor Landung auf Sichtflug

Bei dem abgestürzten Flugzeug handelt es sich um eine einmotorige Epic 1000 mit sechs Sitzen. Laut Deutscher Flugsicherung (DFS) in Langen war es auf dem Weg von Cannes (Frankreich) im Landeanflug auf den Flugplatz Egelsbach.

Die Besatzung habe sich um 15.22 Uhr vom Instrumentenflug abgemeldet, um auf Sichtflug zu wechseln, sagte ein DFS-Sprecher dem hr. Das sei ein gewöhnlicher Vorgang. Auffälligkeiten habe es bis dahin nicht gegeben.

Neben der Kriminalpolizei suchten auch Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nach der Absturzursache. Zeugen, die den Absturz beobachteten, hätten sich bereits bei der Polizei gemeldet. Mit weiteren Ergebnissen sei nicht vor kommender Woche zu rechnen.

Zwei Tote und drei schwerverletzte Polizisten auf Bundesstraße

Auf der Anfahrt zur Absturzstelle verunglückte am Sonntagnachmittag ein Polizeiauto. Die Streife, die mit drei Beamten besetzt war, stieß auf der Bundesstraße 486 nahe der Anschlussstelle Langen/Mörfelden mit einem entgegenkommenden Pkw zusammen.

Der Streifenwagen und das Auto des mutmaßlichen Unfallversursachers wurden bei der Kollision stark beschädigt.
Der Streifenwagen und das Auto des mutmaßlichen Unfallversursachers wurden bei der Kollision stark beschädigt. Bild © Keutz TV NEWS

Die beiden Insassen dieses Fahrzeugs starben noch an der Unfallstelle. Laut Polizei handelt es sich um einen 24 Jahre alten Mann und eine 22 Jahre alte Frau. Die drei Polizisten wurden schwer verletzt und kamen in Krankenhäuser. Zwei von ihnen wurden mit einem Rettungshubschrauber transportiert.

Die Ermittler gingen davon aus, dass ein missglücktes Überholmanöver des entgegenkommenden Pkw zu dem Unfall führte. Demnach hatte der Fahrer des Autos beim Überholen vermutlich ein anderes Fahrzeug touchiert. Der Wagen soll daraufhin ins Schleudern geraten und auf der Gegenfahrbahn mit dem Polizeiauto zusammengeprallt sein.

Disclaimer: In einer früheren Version des Artikels wurde als Flugzeugtyp Epic E1000 angegeben. Es handelt sich jedoch um eine Epic 1000. Ob die Maschine auch vom Typ "LT" ist, war laut Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung am Montag noch unklar.