Audio

Dritter Verhandlungstag im Prozess um Folter

Alaa M. soll Gegner des Assad-Regimes in Syrien gefoltert und getötet haben. Vor Gericht bestritt er das erneut, nannte aber weitere Details, was sich in den Militärkrankenhäusern zwischen Geheimdienst und Patienten abgespielt haben soll.

Am dritten Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt ist der Angeklagte Alaa M. bei seiner Aussage geblieben: Er habe Missbrauch in den Militärkrankenhäusern in Syrien beobachtet - sei dafür aber nicht selbst verantwortlich.

Dem syrischen Arzt werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. In den Jahren 2011 und 2012 soll er in der syrischen Stadt Homs Regimegegner gefoltert und zum Teil auch getötet haben. Der heute 36-Jährige bestritt das am Donnerstag erneut.

Allerdings schilderte er ausführlich, was sich nach seiner Auffassung zwischen Geheimdienst und den Kritikern des Assad-Regimes zutrug: So habe er Schreie aus Krankenzimmern gehört und beobachtet, wie Mitarbeiter des Geheimdienstes und Reinigungskräfte die Patienten und Gefangenen schlugen und traten. Ärzte und Pflegekräfte seien nicht involviert gewesen. Das hatte am Dienstag zunächst anders geklungen.

Patienten gefesselt, Türen abgeschlossen

Weiter sagte Alaa M., die Patienten seien ständig an ihre Betten gefesselt, die Türen stets verschlossen gewesen. Sie sollen immer eine Augenbinde getragen haben. Er selbst habe seine Visite nur unter Aufsicht des Militärs machen dürfen. Aus Angst vor dem Geheimdienst habe er nicht nach den Gründen für die Verletzungen der Patienten gefragt, die etwa mit Schusswunden und Prellungen in der Notaufnahme eingeliefert worden seien.

Zu den konkreten Vorwürfen gegen ihn selbst wollte der Angeklagte auch am zweiten Tag seiner Aussage keine Stellung nehmen. Er wolle sich zuvor noch einmal mit seinem Verteidiger beraten. Der Prozess wurde deshalb bereits am Mittag unterbrochen. Der nächste Termin ist für den 3. Februar angesetzt.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen