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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizeieinsatz wegen Videodrehs von Nachwuchsrapper

Kiosk in Frankfurt

Ein vermeintlicher Überfall auf einen Kiosk in Frankfurt hat sich als Videodreh entpuppt - dummerweise war die Polizei schon da. Was sich der Rapper als Karrierebooster wünschte, kommt ihn jetzt teuer zu stehen.

Der Videodreh im Frankfurter Stadtteil Oberrad am Mittwochabend hatte alles, was unter harten Großstadt-Rappern angesagt ist: eine Schusswaffe, ein fingierter Überfall auf einen Kiosk, Männer in dunklen Klamotten und mit Sturmhauben. Nur dumm, dass der Künstler mit Karriereambitionen den Dreh nicht vorher beim Ordnungsamt angemeldet hatte.

So zog der vermeintliche Überfall einen echten Polizeieinsatz nach sich. Ein Überfallkommando stürmte den Kiosk und überwältigte die Möchtegern-Gangster. Einer von ihnen, ein 22-Jähriger, sagte den Beamten, er wolle als Rapper durchstarten - mit eben diesem Video, das er und seine "Homeboys" hier gerade drehten. Die Polizisten fragten allerdings noch nicht mal nach seinem Namen, so dass sie ihn in ihrem Bericht vom Donnerstag auch nicht nennen konnten.

Stattdessen durchsuchten sie die jungen Männer im Kiosk - alle im Alter zwischen 22 und 28 Jahren - und fanden eine Schreckschusspistole. Sie erfuhren auch, dass der Kioskbetreiber in die künstlerischen Pläne eingeweiht war. Und dass die beiden Männer, die die anrückende Polizei mit dem Hinweis auf einen Videodreh vergeblich auszubremsen versucht hatten, doch Recht gehabt hatten.

Polizeisprecher: "grob fahrlässig"

Jedenfalls bleibt der Dreh nicht ohne Folgen für den Rap-Rookie, wenn auch nicht ganz so überragender Art. Die Polizei will ihm die Kosten für ihren Einsatz in Rechnung stellen, wobei die Überprüfung des Waffenbesitzes mit 59 Euro noch den kleinsten Teil ausmachen dürfte. Außerdem erwartet ihn eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, da er keine Berechtigung für die Schreckschusswaffe vorlegen konnte.

Dazu kommt eine Belehrung durch einen Polizeisprecher: "Ein nicht angemeldeter Dreh ist grob fahrlässig. Wenn Beamte bei der Erstürmung eines Objekts davon ausgehen, dass sie mit echten Waffen bedroht werden, kann es sein, dass sie im schlimmsten Fall selbst zur Waffe greifen."

Kollegah sorgte für Tumult im Bahnhofsviertel

Erst im November rückte die Polizei in Frankfurt zu einem vermeintlichen Überfall aus, der sich als Videodreh eines Rappers entpuppte. Kollegah hatte zwar das Ordnungsamt der Stadt von seinem geplanten Sturm auf ein Juweliergeschäft im Bahnhofsviertel vorab informiert. Der Polizei Bescheid zu geben, hatte jedoch auch er versäumt - dabei ist Kollegah schon ein Star und dem Oberräder Nachwuchsrapper vermutlich ein Vorbild.

Sendung: YOU FM, 18.03.2021, 15 Uhr