Die Frankfurter Polizei freut sich über einen positiven Trend: Weniger Mord, Totschlag, Raub und Körperverletzungen. Allerdings gab es mehr Sexualstraftaten und politisch motivierte Gewalt.

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Kriminalstatistik Frankfurt 2021

Im Bildvorgrund zwei Polizeibeamte mit Helmen in der Hand. Im Hintergrund unscharf eine Demonstration.
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Die Stadt Frankfurt sei "so sicher wie nie zuvor" - das verkündete der Polizeipräsident der Stadt, Gerhard Bereswill, nun das zweite Jahr in Folge. Es gebe so wenig Kriminalität wie seit 20 Jahren nicht, dazu habe man mehr Fälle aufklären können. Das ist die Bilanz der Kriminalstatistik für das Jahr 2021, die Bereswill am Freitag in Frankfurt vorstellte.

Unter 100.000 Straftaten

Mit insgesamt 96.449 Straftaten sei die Zahl der Fälle erstmals seit 2003 unter die Marke von 100.000 gefallen. Die Aufklärungsquote von 65,5 Prozent sei einer der höchsten Werte seit Beginn der bundeseinheitlichen Erfassung.

Besonders erfreulich sei, dass der Rückgang insbesondere bei schweren Straftaten festzustellen ist. 13 Menschen seien in acht Fällen durch Gewalt ums Leben gekommen.

Damit seien Straftaten gegen das Leben wie Mord und Totschlag um ein Drittel zurückgegangen. "Die Aufklärungsquote liegt hier sogar bei nahezu 100 Prozent", sagte Hanspeter Mener, der Leiter der Kriminaldirektion. Auch bei Raubstraftaten und Körperverletzungen zeige sich ein Abwärtstrend.

Mehr angezeigte Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen

Einen Anstieg gab es dagegen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und die Verbreitung pornografischer Inhalte. Es gab 150 angezeigte Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung, 52 mehr als im Vorjahr. Nach wie vor sei jedoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Ähnlich wie in der hessenweiten Entwicklung gab es einen Anstieg der politisch motivierten Kriminalität - um insgesamt 25,5 Prozent auf 605 Fälle. Dabei überstieg die Gesamtzahl der rechtsextremistisch motivierten Straftaten mit 279 Fällen nochmals die Gesamtzahlen der Vorjahre 2019 und 2020 - ein Anstieg um 13 Prozent.

Einfluss der Corona-Pandemie

Genau wie 2020 berichtet die Frankfurter Polizei auch für das Jahr 2021 wieder von einem Einfluss der Pandemie auf die Kriminalitätslage in der Stadt. Wegen des Lockdowns zu Jahresbeginn, Kontaktbeschränkungen und Homeoffice-Pflicht waren mehr Menschen zuhause. Das habe Einbrechern die Gelegenheiten genommen, sodass sich der Rückgang in diesem Bereich bemerkbar machte.

Auf der anderen Seite zeigt sich weiterhin, dass die Pandemie neue Straftaten hervorgerufen hat. Besonders im November und Dezember des vergangenen Jahres häuften sich Angriffe, Beleidigungen oder Widerstand bei Kontrollen von Coronamaßnahmen oder bei Demonstrationen.

Die Fälle im Subventionsbetrug nahmen im Vergleich zum Vorjahr aber wieder ab. Somit wurden insgesamt 411 Straftaten im Zusammenhang mit der Pandemie registriert: 284 Fälle weniger als noch 2020.

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