Ein großflächiger und langfristiger Stromausfall ist eines der Schreckensszenarien infolge der Energiekrise. In Frankfurt erwarten der Versorger Mainova und die Feuerwehr zwar nicht den Ernstfall. Trotzdem raten sie dazu, sich mit dem Nötigsten einzudecken.

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Frankfurter Feuerwehr und Mainova über mögliche Blackouts

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In einem Hollywoodfilm würden bei einem Stromausfall kurz nacheinander in den Häuserblocks die Lichter ausgehen. Autos würden ineinander fahren, weil die Ampeln nicht mehr funktionieren und U-Bahnen im Tunnel stehen bleiben. Niemand könnte mehr telefonieren. Dieses Szenario wäre zwar in der Realität denkbar. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es im Winter zu kurzfristigen oder langfristen Stromausfällen wegen einer Energiemangellage kommt, sei sehr gering, teilt die Bundesnetzagentur mit.

Unabhängig davon sollte sich trotzdem jeder auf solch ein Szenario vorbereiten, rät Markus Röck, Direktionsbereichsleiter bei der Frankfurter Feuerwehr: "Wir müssen mit diesen realen Gefahren so umgehen, wie wir das mit Gefahren im Straßenverkehr tun. Wir fahren nicht Auto mit der Absicht, einen Unfall zu haben. Trotzdem schnallen wir uns an."

Waren für zehn Tage horten

Die meisten hätten jetzt schon die Möglichkeit, sich mit einfachen Mitteln vorzubereiten, sagt Röck: "Grundsätzlich sollte sich jeder so vorbereiten, dass er und seine Familie, gerne auch mit Unterstützung der Nachbarn, mal zehn Tage überbrücken können." Er rät dazu, ein paar Konserven und Wasser in den Keller zu stellen, sich mit den wichtigsten Medikamenten einzudecken sowie eine Taschenlampe und ein Batterieradio bereitzuhalten, um Informationen zu bekommen. Auch eine Powerbank, Akkus und ein kleiner Gaskocher könnten helfen. Und natürlich Klopapier - wie in der Corona-Krise.

Der Gedanke des Feuerwehrmanns dahinter ist folgender: Sollte der Strom einmal für längere Zeit ausfallen, dann ist es wichtig, dass die Feuerwehr zunächst den Menschen helfen kann, die zum Beispiel medizinisch versorgt werden müssen oder die in einem Aufzug stecken geblieben sind. In Ländern, in denen die Strominfrastruktur nicht so gut sei wie in Deutschland, seien die Menschen eher vorbereitet, weil sie mit einem Stromausfall rechneten, sagt Röck.

Auch zu Brownouts sollte es eher nicht kommen

Dass es tatsächlich zu einem Blackout kommt, also zu einem langfristigen Stromausfall, hält Sven Birgmeier vom Energieversorger Mainova jedoch für sehr unwahrscheinlich. "Auch stundenweise krisenhafte Situationen - Brownouts, wie sie heute genannt werden - sind eher unwahrscheinlich", sagt der Sprecher des Frankfurter Versorgers.

In absoluten Ausnahmefällen sei es möglich, dass es mal für ein paar Stunden zu Abschaltungen des Stroms in einigen Stadtvierteln kommen könne, räumt Birgmeier ein. Auch ein stabiles Stromsystem wie in Deutschland sei von verschiedenen Faktoren abhängig: Verbraucherverhalten, Witterung, allgemeine Versorgungslage.

Aber auch von Kraftwerkkapazitäten im europäischen Ausland, sagt Sven Birgmeier: "Denn wir hängen hier in einem großen europäischen Netz zusammen." Jede eingesparte Kilowattstunde zähle, betont der Mainova-Sprecher: für das Stromsystem, den eigenen Geldbeutel und den Klimaschutz. Deshalb rät er dringend davon ab, im Winter Heizlüfter zu benutzen, um etwa Gas zum Heizen zu sparen.

Notfallpläne der Feuerwehr selbst

Die Frankfurter Feuerwehr selbst hat schon vor rund zehn Jahren Notfallpläne erarbeitet - damals wegen möglicher Cyberangriffe auf die kritische Infrastruktur. Sollte bei einem Stromausfall der Notruf 112 nicht mehr zu erreichen sein, werden demnach Notfallmeldestellen errichtet, die zu Fuß erreichbar sind, zum Beispiel bei einer freiwilligen Feuerwehrstation. Dort soll die Bevölkerung einen Anlaufpunkt finden, auch um Informationen weiterzugeben, wie Florian Grün erklärt, der bei der Frankfurter Feuerwehr für das Krisen- und Risikomanagement zuständig ist.

Auch wenn heutzutage ohne Strom gar nichts mehr geht, ist im Ernstfall nach Einschätzung der Experten dennoch erste Bürgerpflicht: erst mal Ruhe bewahren.

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