In Frankfurt beginnt im August der Mordprozess gegen einen Gastronomen, der im Jahr 2017 im Mittelpunkt einer erfundenen Geschichte über sexuelle Übergriffe von Ausländern in der Silvesternacht stand.

Das Landgericht benannte am Freitag den 27. August als ersten Prozesstag. Bis Januar wurden 17 Verhandlungstermine angesetzt.

Jan M. soll seine 29-jährige Geschäftspartnerin Irina A. laut Anklage aus Habgier heimtückisch getötet haben. Daneben ist der 51-Jährige wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Betrugs an einem langjährigen Geschäftspartner im Umfang von 120.000 Euro angeklagt. M. und A. hatten Anfang 2017 gegenüber der "Bild"-Zeitung behauptet, in der Silvesternacht habe es in der sogenannten Fressgass in Frankfurt sexuelle Übergriffe, Körperverletzungen, Diebstähle sowie äußerst aggressives Verhalten "von Massen an Flüchtlingen" gegeben. Die Geschichte stellte sich als Lüge heraus.

Im November 2017 erhob die Staatsanwaltschaft deswegen Anklage gegen die Frau und den Mann. Im Mai 2018 wurde die Leiche der Frau in einem Park in Frankfurt gefunden. Die 29-Jährige starb laut Anklage durch mindestens 21 Stichverletzungen. Am Tatort wurde Blut des Gastronomen gefunden, er wurde festgenommen.

Das Landgericht erklärte, dass für M. anstelle eine Verurteilung wegen Mordes auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht kommen könne. Sollte er wegen Mordes verurteilt werden, müsse geklärt werden, ob ihn eine besondere Schwere der Schuld treffe.