Gedenk-Ecke in der Seckbacher Kita für den im vergangenen Oktober getöteten Sechsjährigen.

Vor sieben Monaten starb der kleine Antonio in seiner Frankfurter Kita an einem Stromschlag. Dort soll der Betrieb jetzt wieder anfangen - aber nicht wie zuvor.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Talk zur Wiedereröffnung der Unglücks-Kita in Seckbach

In dieser Kita ereignete sich das Unglück.
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Im vergangenen Jahr war hier ein sechsjähriges Kind an einem Stromschlag gestorben - nun wird die Kita im Frankfurter Stadtteil Seckbach wiedereröffnet. In einer Gedenk-Ecke können sich Kinder an den kleinen Antonio erinnern und ihm Nachrichten hinterlassen. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sagte am Freitag: "Wir haben alles doppelt und dreifach überprüft und können mit gutem Gewissen sagen, dass die Einrichtung sicher ist."

Das Kinderzentrum Atzelbergstraße war seit dem Unglück Ende Oktober 2019 geschlossen. Am Montag wird es mit neuem Team, neuem Konzept und neu gestaltet wiedereröffnet. Die Steckdose, an der den Jungen der tödliche Stromschlag traf, ist verschwunden. Ein Großteil der Kinder, die nach dem Unglück auf andere Einrichtungen verteilt wurden, kehre zurück, sagte Weber. Die Mitarbeiter von damals hätten die Kita auf eigenen Wunsch verlassen.

Neu ist auch, dass künftig Kinder im Alter von einem Jahr aufwärts bis zum Grundschalter in dem Kinderzentrum betreut werden. Der Schwerpunkt der Einrichtung liegt auf der Sprachförderung. Insgesamt kommen ab Montag 72 Kinder zurück.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. "Die Auswertung der sichergestellten Renovierungsunterlagen der Kita dauert an", sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Freitag. Wann Ergebnisse vorliegen und wann das Verfahrens abgeschlossen werden könne, könne nicht vorhergesagt werden. Bestätigt sei, dass die Steckdose nach dem Vorfall am 29. Oktober aus der Wand hing.

Auch die Stadt kann nicht mehr zum Hergang sagen. Man müsse abwarten, was die Ermittlungen ergeben. Die Elektrik der Kita war kurz vor dem Unfall erneuert worden, die Arbeiten aber beendet und abgenommen. Seither habe es mehrfach Begehungen von Aufsichtsbehörden, Unfallkasse und Fachfirmen gegeben. Ein Gutachten bestätige, "dass alles in Ordnung ist", sagte Weber.

Sendung: hr-iNFO, 5.6.2020, 15.30 Uhr