Mannheimer Pinguine im Frankfurter Zoo in Großaufnahme.

Wohnung mit Pool zur Zwischenmiete: Weil in ihrer Mannheimer Behausung die Handwerker sind, ziehen 20 Pinguine vorübergehend in den Frankfurter Zoo. Neben reichlich Luxus punktet das neue Zuhause auch als Liebesnest. Wer fremdgeht, darf vielleicht sogar bleiben.

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hs
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Stilecht mit Frack sind die 20 Humboldt-Pinguine am Donnerstag bei ihren neuen Mitbewohnern vorstellig geworden. Nach neun Tagen Eingewöhnungszeit und allerlei ärztlichen Untersuchungen in einem separaten Bereich durften die aus Mannheim nach Frankfurt verfrachteten Seevögel endlich in ihr neues Zuhause einziehen. Für die kommenden zwei bis drei Jahre, so der Plan, sollen es sich die Pinguine in Frankfurt gemütlich machen. In dieser Zeit wird ihre alte Behausung in Mannheim umgebaut.

Luxus-Neubau mit Riesenpool

In der Bankenmetropole wartet auf die Kurpfälzer jede Menge ungewohnter Luxus. Erst im vergangenen Jahr wurde die 2.000 Quadratmeter große Anlage eröffnet. 435.000 Liter Wasser fasst der Poolbereich. Sage und schreibe 7,2 Millionen Euro ließ sich der Zoo den Neubau für die ursprünglich aus Chile und Peru stammenden Fischliebhaber kosten.

Pinguine

Die großzügige Gestaltung zahlt sich jetzt aus. Auf einen Schlag erhöhte sich durch den Zuzug aus Mannheim die Anzahl der Bewohner von 30 auf 50. Sogar bis zu 80 Pinguine hätten nach Zooangaben Platz. Probleme im Zusammenleben fürchtet Sabrina Linn, die zuständige Kuratorin des Frankfurter Zoos, jedenfalls nicht: "Pinguine sind sehr soziale Tiere."

Gesucht und gefunden

So wird statt Nachbarschaftsstreitigkeiten eher die eine oder andere Romanze erwartet, denn der Frankfurter Pinguin-Tempel gilt bereits als Liebesnest. Seit der Eröffnung wurde eifrig angewatschelt: Pockie und Posi, Teddy und Sturmi sowie Gitte und Nemo sind mittlerweile feste Paare bei den monogam lebenden Pinguinen. Sie sorgten in diesem Jahr für fünf Küken.

Auch in der Mannheimer Pinguingruppe gibt es sechs etablierte Pärchen. "Wir erwarten schon, dass die in der nächsten Brutperiode loslegen", sagt Linn zu eventuellem Nachwuchs. Und wenn sich zarte Bande zwischen Mitgliedern der beiden Gruppen entwickeln? Es gibt noch viele nicht verpaarte Pinguine aus beiden Gruppen. Die bisher noch keinen Partner gefunden haben, "werden möglicherweise bei uns fündig", so Linn.

Trennungsdramen wird es nicht geben

Wer von den Mannheimer Zwischenmietern seine Chancen auf eine dauerhafte Bleibe in der Frankfurter Luxus-Unterkunft erhöhen will, sollte sich tunlichst einen hessischen Partner anlachen. "Der Plan ist, dass Mannheim genau diese Tiere wieder bekommt, plus des Nachwuchses dieser Pinguine", erklärt Linn.

Trennungsdramen soll es aber nicht geben, wenn die Zeit der Rückkehr naht. "Sollten sich gebietsübergreifende Paare bilden, werden wir die Liebenden natürlich nicht trennen", versichert Linn: "Entweder bleibt das Paar hier, oder wir geben es mit." Heißt für die Frankfurter Pinguine im Umkehrschluss: Vielleicht geht es am Ende der Liebe wegen nach Mannheim.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.08.2020, 19.30 Uhr