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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurter Richter zweigte Gelder aus Gerichtsbetrieb ab

Justizia Sujet Gericht Urteil

Ein pensionierter Richter des Frankfurter Landgerichts ist von eben diesem zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte immer wieder Gelder aus dem Gerichtsbetrieb abgezweigt - und sich davon teure Reisen oder Luxusklamotten für seine Frau gekauft.

Verkehrte Welt am Frankfurter Landgericht: Dort wurde am Mittwoch ein inzwischen pensionierter Vorsitzender Richter wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Darüber hinaus muss der 70-Jährige 480 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten - und das veruntreute Geld, rund 437.000 Euro, zurückzahlen.

Vor Gericht hatte der ehemalige Richter, der ebenfalls am Landgericht Frankfurt tätig gewesen war, ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Relativ milde Strafe wegen kranker Frau

Der Jurist war nebenher als Vorsitzender diverser Schiedsgerichte zur Klärung rechtlicher Streitigkeiten aktiv. In dieser Funktion nahm er von den streitenden Parteien Vorschusszahlungen für Verfahrenskosten und Auslagen entgegen, aus denen später unter anderem die Honorare der beisitzenden Richter beglichen wurden.

Von diesem Geld zweigte der Mann laut Urteil immer wieder Beträge für eigene Zwecke ab - er leistete sich teure Urlaubsreisen in Spitzenhotels, seine Ehefrau bestellte noble Kleidung. Als Ende 2017 zwei beisitzende Schiedsrichter auf sofortige Zahlung ihrer Honorare bestanden, flogen die Unregelmäßigkeiten auf.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten gefordert. Das Gericht votierte allerdings für die mildere Bewährungsstrafe, weil der Angeklagte zuhause seine schwerkranke Ehefrau zu pflegen habe und deshalb besonders "haftempfindlich" wäre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: hr-iNFO, 11.09.2019, 15:00 Uhr