Weihnachtsbaum Frankfurt

Ein zerzauster Weihnachtsbaum, der gut zum Jahr 2020 passt: Christbaum Bertl steht nun auf dem Frankfurter Römerberg. Beim Aufbau ließ er eine Menge Nadeln.

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Weihnachtsbaum in Frankfurt
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Die Feuerwehr stellte den stattlichen Österreicher namens Bertl am Donnerstagvormittag auf. Diese Aktion entpuppte sich allerdings als Zitterpartie: Am Baum seien "punktuell" Äste abgebrochen, sagte Kurt Stroscher, Veranstaltungsleiter des Frankfurter Weihnachtsmarkts.

Die Fichte war bei ihrer Ankunft in Frankfurt 21 Meter hoch. Damit der Baum in die Halterung passt, mussten zwei Meter abgesägt werden. Trotz Schlagseite wird Bertl in diesem Jahr coronabedingt das einzige weihnachtliche Zeugnis auf dem Römerberg sein.

Baumkosmetik soll Bertl aufhübschen

Bereits für den Transport habe der Baum gekürzt werden müssen, da einige Äste "zu ausladend" gewesen seien. Die Fichte stehe inzwischen senkrecht, es gebe trotz der abgebrochenen Äste eine "wunderschöne Schokoladenseite", so Stroscher. Die Seite, die nicht so prickelnd aussehe, werde dem Gebäude zugewandt. Es sei geplant, mithilfe von "Baumkosmetik" einige Äste wieder am Baum anzubringen. 

Weihnachtsbaum Frankfurt

Bertl in geheimer Mission

Der Baum stammt aus dem Gröbminger Land in der steirischen Urlaubsregion Schladming-Dachstein. "Er ist ein Zeichen der Hoffnung, symbolisiert unseren Wunsch nach Normalität in schwierigen Zeiten", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Nach Angaben der Stadt trägt "Bertl" seinen Namen in Erinnerung an Bertl Lemmerer, den ehemaligen Tourismus-Obmann des Gröbminger Landes. "Der Freund der Stadt Frankfurt" habe 2014 dafür gesorgt, dass ein Baum aus seiner Region erstmals die Metropole schmückt.

Bertls Ankunft in Frankfurt war übrigens geheim: Die Stadt befürchtete, dass zu viele Schaulustige beim Aufstellen der Fichte dabei sein wollten. Bilder von Menschenmengen, "wie wir das sonst haben auf dem Römerberg, wenn der Baum kommt", werde es in diesem Jahr nicht geben, so die Sprecherin. Jeder habe nun sechs Wochen Zeit, Bertl einen Besuch abzustatten.

Der Frankfurter Weihnachtsbaum Bertl

Im vergangenen Jahr war der Weihnachtsbaum bereits Ende Oktober aufgestellt worden - auch dieser sah etwas derangiert aus. Weil es in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt gibt und deswegen keine Buden aufgebaut werden müssen, wurde der Termin für den Aufbau von Bertl nach hinten verschoben. Einmal in der Vertikale, muss der Baum noch einige Tage aushängen, bevor er wohl Anfang der kommenden Woche bereit zum Schmücken ist. 

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Feldmann ist es für den Baum aus Österreich "ein Glücksfall", in Frankfurt zu sein. Die Fichte sollte aufgrund einer anstehenden Bachsanierung ohnehin gefällt werden. Nun werde Bertl "bei uns in Frankfurt mit vielen tausend Lichtern zum Frankfurter Weihnachtsbaum geadelt".